Der Theatersommer Netzeband lädt jedes Jahr in unterschiedlichen Inszenierungen Erwachsene und Kinder zum Open-Air-Theater auf der spektakulären Naturbühne ein. Was in diesem Jahr die Programm-Highlights sind, verrät Jannika Olesch, Sprecherin des Theatersommers.
Die Saison 2023 auf der Waldbühne im Gutspark startet im Juni mit dem Traditionsstück „Unter dem Milchwald“ von Dylan Thomas, das von dem inzwischen verstorbenen Jürgen Heidenreich inszeniert und von Susanne Moehrcke wieder aufgenommen wurde. 53 überlebensgroße, expressive Figuren stolzieren durch die Waldbühne und verkörpern damit den Alltag einfacher Leute mit ihren Sorgen, Hoffnungen und Wünschen im kleinen Fischerdorf Llareggub an der walisischen Küste. Gespielt wird „Unter dem Milchwald“ am 23., 24. und 30. Juni, sowie am 1. Juli, jeweils um 20.30 Uhr.

Momo in der Waldbühne

Eine Neuinszenierung von „Momo“ nach Michael Ende hat sich das Ensemble des Theatersommers für den August vorgenommen. Frank Matthus hat das Stück als Synchrontheater in Szene gesetzt.
Das Waisenmädchen Momo lebt in einem alten Amphitheater und hat oft Besuch von ihren Freunden Beppo, dem Straßenkehrer, und Gigi, dem Geschichtenerzähler. Momos besondere Gabe: Sie kann gut zuhören und nimmt sich Zeit für andere. So erhält sie die Harmonie der kleinen Gemeinschaft. Doch dann tauchen die grauen Herren von der Zeit-Sparkasse auf und fordern die Menschen auf, geizig mit ihrer Zeit umzugehen. So ändert sich alles. Momo ist in Netzeband zu sehen am 4., 5., 11., 12., 18., 19., 25. und 26. August, sowie am 1. und 2. September, jeweils im 20.30 Uhr.

Baba Jaga war slawische Waldfrau

Bereits im vergangenen Jahr war das Familienstück „Baba Jaga“ in der Fassung und Inszenierung von Axel Poike, mit Musik von Arnold Fritzsch, ein Erfolg. Die aus Märchenfilmen bekannte Hexe Baba Jaga war ursprünglich eine slawische Waldfrau, die zurückgezogen im Wald in einer Hütte lebt, die auf Hühnerbeinen steht. „Sie kann es so gar nicht leiden, wenn Menschen in ihrem Terrain herumtrampeln. Auch nicht, wenn sie so freundlich sind wie Nastja“, erklärt Olesch die Handlung.
„Poike reduziert die Geschichte nicht auf den Kampf von Gut gegen Böse, sondern bezieht auch das Verhältnis zur Natur ein. Die Naturbühne ist dafür eine perfekte Kulisse“, findet sie. Gespielt wird Baba Jaga, das auch für Kinder geeignet ist, am 8., 9., 16., 23. und 30. Juli, sowie am 6., 13., 20., 27. August und am 3. September, jeweils um 15 Uhr auf der Waldbühne im Gutspark. Informationen und Karten sind erhältlich unter 033931 34940 oder info@tourist-information-rheinsberg.de.

Krieg aus der Sicht des Feindes

Der Förderverein Temnitzkirche organisiert auch Kulturveranstaltungen in der Kirche des Ortes. Von September bis Mai finden dort unter der Dachmarke „Netzeband Kultur“ Musikveranstaltungen, Schauspiele, Lesungen, Performances, Kino, ein Erzählcafé zum Mitmachen und moderierte Gesprächsrunden statt.
Schauspieler Roland Schäfer liest anlässlich des Jahrestages des Angriffes Russlands auf die Ukraine am 24. Februar um 19.30 Uhr aus Aischylos „Die Perser“. Die wohl älteste erhaltene Tragödie der Welt erzählt die Geschichte aus Sicht des Feindes.
Für das Winterkonzert mit dem „Reedquintett“ haben fünf Musiker aus Deutschland, Weißrussland und der Schweiz unter Federführung von Sabina Matthus-Bebie zusammengefunden. Entstanden ist eine Mischung aus barocker, romantischer und impressionistischer Musik von Ravel bis Grieg, die in der Temnitzkirche am 25. Februar um 19 Uhr zu hören sein wird.
Am 26. Februar um 15 Uhr kommt Hans Christian Andersens „Die Schneekönigin“ als Puppenspiel für Kinder ab 5 Jahren in die Temnitzkirche. Franziska Kriebisch erzählt die Geschichte der Schneekönigin, die in die Beziehung von Kay und Gerda eindringt und Kay in ihren Eispalast entführt.
Ab 1960 bis zu ihrem Tod notierte die Schriftstellerin Christa Wolf jedes Jahr am 27. September bis ins kleinste Detail die Aktivitäten des Tages. Diese besonderen Aufzeichnungen „Ich bin nur bei mir zu Haus…“ werden am 17. März um 19.30 Uhr gelesen von der Schauspielerin Ulrike Gronow.
Mehr Informationen gibt es unter https://kultur-natur-temnitz.de.