Innerhalb von drei Wochen wurde die Gemeindeverwaltung zweimal über das Portal "Maerker" auf das Problem hingewiesen. "Hatte in den letzten Wochen wiederholt brenzlige Situationen mit der Wildschweinpopulation zwischen Günter-Harder-Ring und Waldstück zum Gewerbegebiet. Des Weiteren am Radweg Paulinenaue. Die Tiere kommen tagsüber sehr nahe und drohen", schilderte dort ein Nutzer Mitte Juni. Bei der jüngsten Begegnung habe er den Rückweg angetreten, sei dann aber sogar von einem Wildschwein verfolgt worden.
In dieser Woche dann der nächste Eintrag unter dem Titel "Bedrohung von Wildschwein in der Sackgasse / Wendeschleife Karl-Marx-Straße". "Die Tiere erobern die bewohnten Bereiche. Statt zu weichen, drohen die Wildschweine und nehmen die Verfolgung auf. Es sollte baldigst dafür Sorge getragen werden, dass die Wildschweinpopulation stark verkleinert wird", fordert dort ein Nutzer, der auch von zahlreichen Wühlspuren am Kurfürstenpark berichtet.
Das Ordnungsamt hat nach eigenen Angaben den zuständigen Jäger informiert. Viel ausrichten kann der aber nur, wenn er gemeinsam mit dem Ordnungsamt die Tiere aus den dortigen Waldstücken immer wieder vertreibt, meint Revierförster Michael Klasen. "Die Tiere sind sehr schlau. Sie suchen die ortsnahen Bereiche, in denen sie ihre Ruhe haben und nicht bejagt werden", sagt er. Finden sie dort auch noch Kompost oder andere fressbare Abfälle, die dort entsorgt worden sind, würden sich die Tiere pudelwohl fühlen. Deshalb rät er Anwohnern, die Wildschweine nicht noch unnötig anzulocken. Im stadtnahen Bereich darf aus Sicherheitsgründen auch nicht geschossen werden. "Da hilft nur vergrämen", so Klasen.
Wem ein Wildschwein über den Weg läuft, dem rät Klasen, ruhig den Rückzug anzutreten. "Am besten, man bleibt defensiv und klatscht oder ruft laut", rät er. Wenn die Wildschweine nicht gerade Frischlinge haben, würden sie die Flucht ergreifen. Dass die Tiere angreifen, sei die absolute Ausnahmen, da sie Menschen eher als Gefahr sehen.