Ende Juli hatte der Verein in Neuruppin Proben von Brunnenwasser entgegengenommen. Die Resonanz bei der Aktion war enorm. Diplom-Physiker Harald Gülzow zufolge musste aber jeder sechste Brunnenbesitzer, der auf eine gute Wasserqualität gehofft hatte, enttäuscht werden. Interessenten kamen aus dem Raum Neuruppin, Rheinsberg, Rüthnick, Fehrbellin, Neustadt und Wusterhausen. Die Nitrat-Werte waren in vielen Fällen zu hoch. 50 Milligramm Nitrat je Liter Wasser ist laut der Deutschen Trinkwasserverordnung der Grenzwert. Negativer Spitzenreiter war der Besitzer eines Brunnens in Bütow. Bei ihm wurde eine Nitrat-Konzentration von 157 Milligramm je Liter gemessen. Weitere stark belastete Brunnen gab es beispielsweise in Frankendorf mit 105 Milligramm je Liter, in Wildberg mit 108 Milligramm je Liter und in Linum mit 110 Milligramm je Liter.
"Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die Nitrat-Belastung der Region. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist", erklärt Harald Gülzow. Vor allem, wenn das Brunnenwasser zum Füllen von Planschbecken oder auch zum Wässern von Gemüse genutzt wird, werde es bei einer so hohen Belastung kritisch.
Nitrat kommt laut Gülzow vor allem durch intensive Landwirtschaft ins Brunnenwasser. Die Kritik des Vereins ist deutlich: "Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitrat-Belastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen", so Vereins-Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow.