Mit Vandalismus haben diejenigen, denen der Neuruppiner Tempelgarten am Herzen liegt, schon lange zu kämpfen. Laut Peter Neiß, Vorsitzender des Tempelgartenvereins, reißt die Zerstörungswelle in der historischen Parkanlage aber einfach nicht ab. Das führt dazu, dass die Vereinsmitglieder langsam resignieren.

Neue Sitzkissen wurden zerschlitzt

Zuletzt hat es die neuen ledernen Sitzkissen getroffen, die auf den Steinbänken am großen Rondell liegen sollten. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen statt. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden die Sitzkissen gekauft, denn dieser wollte nicht, dass vor den steinernen Bänken extra Sitzmöbel aufgestellt werden. „Aber die neuen Sitzkissen wurden schnell wieder abgerissen“, beklagt Peter Neiß. „Also haben wir sie fester installiert.“ Die Folge: Die Kissen lagen zwar noch, wurden aber teilweise zerschlitzt. „Das alles verursacht Kosten und hat auf die Vereinsmitglieder eine demotivierende Wirkung“, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt.

Immer wieder Vandalismus im Tempelgarten

Denn es trifft den Tempelgarten längst nicht zum ersten Mal. Zwei Säulen am Eingangsbereich wurden vor rund zwei Jahren auf Kosten eines Vereinsmitglieds erneuert. „An beiden ist mittlerweile der Putz in der Nähe des Bodens abgetreten worden“, schildert Peter Neiß. An einer der beiden Ziervasen links und rechts in der Nähe des Eingangs wurde einmal ein Henkel abgebrochen. 2000 Euro hat es gekostet, diese wiederherzustellen. „Davor war es der Putto Julius, dessen Hutkrempe gereinigt werden musste“, so Neiß. Mit einer Summe zwischen 1000 und 2000 Euro habe auch das zu Buche geschlagen.
Mehr Wertschätzung und mehr Aufmerksamkeit – das ist es, was sich Peter Neiß für den Tempelgarten und dessen Schmuckstücke wünschen würde. Der Vereins selbst habe keine Möglichkeiten, Vandalismus in der Anlage Einhalt zu gebieten. „Wir versuchen seit Jahren, junge Leute in unsere Angebote einzubinden“, erklärt Neiß. „Aber die, die dieses Angebot annehmen, sind bestimmt nicht die, die dann hier durch den Garten ziehen.“

Einsatz von Streetworker eher schwierig

Auch der Einsatz eines Sozialarbeiters, der Jugendliche vor Ort direkt anspricht, würde nur begrenzt zum Erfolg führen. „Die Frage ist ja, ob das sinnvoll wäre. Die Vorkommnisse sind ja eher punktuell.“ Gleiches Problem gibt es mit dem Einsatz des Ordnungsamtes: Nicht immer sind die, die sich im Garten treffen, auch die, die dort für Ärger und Resignation bei Besuchern und Tempelgarten-Liebhabern führen.