Wer ohne Auto in den Urlaub verreisen möchte, findet in Rheinsberg nicht die besten Bedingungen vor. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC in einem Vergleich.
Der Club hat 20 Urlaubsorte auf Punkte wie klimafreundliche Mobilität und öffentlichen Nahverkehr untersucht. Rheinsberg landet dabei auf Platz 18. Nur Bad Elster und Haren an der Ems schnitten schlechter ab. Erster wurde Wernigerode. Von elf Kriterien, die der ADAC seinem Vergleich zu Grunde legte, erfüllt die Prinzenstadt nur sechs. Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) ist dennoch zufrieden mit dem Abschneiden. „Die Punkte, die wir erfüllen konnten, haben wir erfüllt“, so Schwochow. So wurde das Informationsangebot vom Automobil-Club als positiv bewertet. Auch das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und die Umstiegsmöglichkeiten waren ausreichend. Bemängelt werden fehlende Vergünstigungen im ÖPNV, mangelnder Individualverkehr, fehlender Gepäcktransport und die schlechte Verkehrsanbindung. Lobend werden die Radfernwege, der Rufbus, die Mitnahme von Rädern und das Vorhandensein von Ladestationen für E-Fahrräder und -Autos erwähnt.
„Ich bin nicht unzufrieden. Wir können nur erreichen, was realistisch ist“, kommentiert Schwochow das Ergebnis. Rheinsberg könne an seiner dezentralen Lage und schlechten Verkehrsanbindung wenig ändern. Schwochow kritisiert zudem, dass die Zuganbindung nach Berlin nun zwar ganzjährig vorhanden ist, aber die Abfahrtzeiten für Berufspendler ungeeignet sind. „Die Attraktivität liegt bei null. Ich glaube, man will absichtlich Argumente sammeln, um die Strecke abzuschaffen“, so Schwochow. Er fordert einen zweiten Triebwagen und hat selbst ein Konzept erstellt, wie die Taktung verbessert werden kann. Er hofft, dass das Infrastrukturministerium bei der Zuganbindung handelt.