Diesem Antrag der Linksfraktion haben die Stadtverordneten am Montagabend mehrheitlich zugestimmt. Unklar ist jedoch, wie der Beschluss in die Tat umgesetzt werden kann.

Finanzierung ist unklar

Das Konzept der Mitfahrbänke, das bundesweit vor allem in dünn besiedelten Regionen bereits erfolgreich angewandt wird, ähnelt Bushaltestellen. Wer sich auf eine als Mitfahrbank gekennzeichnete Stelle setzt, signalisiert damit, dass er gerne an einen bestimmten Ort mitgenommen werden möchte. Laut Schowchow ist unklar, wie die Einrichtung solcher Angebote angesichts der klammen Haushaltslage der Stadt finanziert werden soll.

Standortfrage offen

Es müsse geprüft werden, ob separate Bänke aufgestellt werden, oder ob die Bushaltestellen einfach für das Angebot mitgenutzt und entsprechend ausgeschildert werden. Letzteres hält Schwochow jedoch für nicht sinnvoll. Für die Anschaffung der so oder so benötigten Beschilderung der Mitfahrbänke fehle die Gegenfinanzierung, sagte er im Nachgang der Sitzung. „Der Beschluss ist gefasst, aber keiner sagt, woher das Geld kommt“, so Schwochow.

30 Bänke sind schon da

Ungeachtet dessen ist die Stadt bereits im Besitz von 30 Holzbänken. Das Jobcenter Berlin-Marzahn hat diese zur Verfügung gestellt, wenn Rheinsberg sie selbst abholt. Die Ortsvorsteher von Kagar und Heinrichsdorf, Marc Herzog und Mirko Teppner, haben sich dafür eigens einen Tag frei genommen und sind mit einem Bauhofmitarbeiter in einem Lastwagen nach Berlin gefahren. „Besonders hervorzuheben ist dabei, dass beide um 5 Uhr in der Frühe aufgestanden sind“, lobte Schwochow. Zudem hätten sie die Bänke ohne Aufzug aus dem fünften Stock tragen müssen. Zum Dank dafür überreichte er Herzog in der Sitzung einen Strauß Blumen.

Öffentliche Sitzgelegenheit

Unklar ist indes, wo die Bänke aufgestellt werden. Ohne Überdachung hält Schwochow es für wenig sinnvoll, sie der Witterung auszusetzen. Als Mitfahrbänke seien sie daher nicht geeignet. Stattdessen schwebt ihm vor, sie als Sitzgelegenheiten im Stadtgebiet aufzustellen. „In die Kernstadt können sie nicht, weil sie nicht ins Stadtbild passen, aber vielleicht kann man sie in den Wohngebieten wie der KKW-Siedlung aufstellen“, so schwochow.