Bei dem Treffen waren Vertreter des Nabu und des Landesbetriebes zugegen. "Im Gegensatz zum Kreis war und ist dem Landesbetrieb Straßenwesen mittlerweile klar, dass keine Genehmigung für Fäll-Arbeiten im Naturschutzgebiet vorliegt", so Miller. Hintergrund ist, dass der Landesbetrieb die Bäume zur Vorbereitung auf den B 122-Ausbau gefällt hat - mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Diese bezog sich aber auf ein Landschaftsschutzgebiet (LSG), nicht auf das vorliegende Naturschutzgebiet (NSG) Stechlin. Dieses ist zugleich ein Flora-Fauna-Habitat, das besondern Schutz auf EU-Ebene genießt
"Beide Seiten waren sich einig, dass das Verfahren erhebliche rechtliche Defizite ausweist", erklärte Miller im Nachgang des Gesprächs mit dem Landesbetrieb. Der Nabu bestehe darauf, dass das gesamte Genehmigungsverfahren neu eröffnet wird - dann nach den geltenden Erfordernissen für den Eingriff in ein NSG. Dafür sind unter anderem Anhörungen der Naturschutzverbände notwendig. Der Landesbetrieb habe nun zusagt, den Ausbau so lange zu verschieben, bis dieses Verfahren durchlaufen ist. Von der Behörde selbst war am Freitagnachmittag keine Stellungnahme mehr zu bekommen. Doch dieser Schritt hat starke Auswirkungen: "Das bedeutet de facto, dass ein Ausbau der B 122 in naher Zukunft vom Tisch ist", so Leif Miller. "Es ist zu bezweifeln, dass der Landesbetrieb für den Ausbau der B 122 im jetzt und ursprünglich vorgesehenen Rahmen jemals eine Genehmigung erhalten wird."
Miller bewertet das Einlenken des Landesbetriebs als Erfolg für den Naturschutz - trotz des Wermuttropfens der bereits gefällten Bäume.