Ein auf Facebook geteiltes Video von einem brennenden Transporter bei Dierberg könnte für die Person, die das Handyvideo angefertigt hat, ein teures Nachspiel haben. Denn wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen gemäß Paragraf 201a Strafgesetzbuch fahndet die Polizei nun nach der Person, die den brennenden Transporter gefilmt und das Videomaterial anschließend auf Facebook veröffentlicht und verbreitet hat. Besonders dramatisch: In dem brennenden Auto starben zwei Menschen.
Rückblick: Am späten Nachmittag des 8. Juni kam es gegen 17.05 Uhr auf der L19 zwischen Dierberg und Klosterheide zu einem schweren Unfall. Ein Transporter kam von der Straße ab, prallte gegen einen Baum am Straßenrand und ging anschließend in Flammen auf. Im Fahrzeuginneren starben zwei Menschen, eine dritte Person konnte gerettet werden.

Person filmt Unfallstelle und brennendes Auto aus dem Bus der Linie 764 heraus und teilt es auf Facebook

Bereits wenige Stunden nach dem Unfall kursierte auf Facebook bereits ein Handyvideo, das sowohl die Unfallstelle als auch den in Flammen stehenden Transporter zeigt. Die Lebensgefährtin eines der Insassen des verunglückten Autos erstattete daraufhin bei der Polizei Strafanzeige gegen „Unbekannt“ wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen gemäß Paragraf 201a Strafgesetzbuch.
Die Ermittlungen der Polizei ergaben daraufhin, dass die Videoaufnahme aus einem an der Unfallstelle vorbeifahrenden Bus heraus erfolgte. Dabei handelte es sich um einen Bus der Linie 764, der von Neuruppin nach Rheinsberg unterwegs war. Nach Studium der Videobilder muss sich die filmende Person laut Polizeiangaben auf Höhe der Bustüren befunden haben.

Fahrgäste der Linie 764 zwischen Neuruppin und Rheinsberg sollen sich bei der Polizei melden

Nun sucht die Polizei nach Fahrgästen der Buslinie 764, die am 8. Juni mit diesem Bus unterwegs waren und eventuell Angaben zu der Person machen können, die das Video gegen 17.05 Uhr anfertigte. Auch andere Zeugen sowie Facebooknutzer, die Angaben zum Urheber des Videos machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Hinweise können online über die Internetwache sowie an den bekannten Polizeidienststellen oder telefonisch unter der 03391 3540 gegeben werden.

Urheber des Videos droht Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren

Die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen ist in Deutschland gemäß Paragraf 201a Strafgesetzbuches (StGB) ein Vergehen, das mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer hohen Geldstrafe bestraft werden kann.