Omnibus für direkte Demokratie
Noch bis Freitag steht der "Omnibus für direkte Demokratie" auf dem Schulplatz in Neuruppin. Von dort schwärmen freiwillige Helfer mit den Unterschriftenlisten der Volksinitiative aus, die in Brandenburg für einen Erfolg mindestens 20 000 Unterschriften sammeln muss. Das Interesse der Menschen ist groß. "Das Bewusstsein für mehr Artenschutz ist größer als die Politik uns glauben machen will", hat Werner Küppers beobachtet. Küppers, der seit rund 30 Jahren für direkte Demokratie auf Bundesebene kämpft, bezeichnet sich selbst als "Käpt`n des Busses". Seit 19 Jahren lebt er in dem Doppeldecker und reist mit dem Hingucker durch die Lande. Auch um Volksinitiativen auf Landesebene zu unterstützen.
Fünf Wochen auf Tour
In Brandenburg ist er fünf Wochen auf Tour. Mehr als 5 000 Unterschriften hat er bereits in drei Wochen mit dem Omnibus gesammelt. "Selbst in einer kleinen Stadt wie Pritzwalk haben von 12 000 Einwohnern 300 unterschrieben", berichtet Küppers. Beeindruckt habe ihn der Erfolg der Volksinitiative für mehr Artenschutz, die vom Nabu, dem BUND,  der Grünen Liga und vielen anderen Partnern unterstützt wird, in Bayern. "25 000 Unterschriften waren erforderlich, überreicht wurden 90 000 und dann sind 1,8 Millionen Menschen für die Unterzeichnung des Volksbegehrens in die Rathäuser gegangen", berichtet er begeistert von dem Erfolg. Überrascht habe ihn aber, dass die Politik die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen dann sogar eins zu eins übernommen habe. Ohne zuvor einen Volksentscheid anzustreben.
Einen ähnlichen Erfolg erhofft man sich jetzt auch für Brandenburg. "Die Resonanz ist toll. Unglaublich", so Küppers. Unterschreiben können alle Bürger ab 16 Jahren, die in Brandenburg wohnen. Besonders bei den Jüngeren falle das Thema Artenvielfalt auf fruchtbaren Boden, so Küppers. "Sie sind mit den Ideen aufgewachsen und fühlen sich ernstgenommen." Doch das Interesse ziehe sich durch alle Altersklassen. Gut sei,  dass die Gesetzesinitiative für den Erhalt des Artenreichtums in Flora und Fauna kein Protest sei, ist Küppers überzeugt. "Es ist eine positive Forderung, da sind die Menschen mit dem Herzen dabei."
Konkret möchte man den Flächenverbrauch, die Lichtverschmutzung sowie den Einsatz von Pestiziden verringern. Für Schutzgebiete wird sogar ein Verbot angestrebt. Landeseigene Flächen sollen naturverträglich bewirtschaftet und Fördergelder für eine naturnahe Landwirtschaft verwendet werden. An Gräben und Bächen sollen künftig zehn Meter breite Randstreifen die Gewässer vor dem Eintrag von Dünger schützen. Entsprechend überarbeitete Gesetzestexte wurden für die Volksinitiative bereits mit einem Juristen abgestimmt, berichtet  Dr. Wilhelm Schäkel aus Zempow vom Vorstand des BUND, der am Mittwoch das Gespräch mit den Neuruppinern suchte.
Sarah Paeck musste er nicht mehr überzeugen, zu unterschreiben. Das hatte die Neuruppinerin schon auf der Liste, die bei ihrer Physiotherapeutin lag, getan. "Ich finde es wichtig, mich für die Natur einzusetzen." Die junge Frau wäre auch bereit, mehr Geld für naturnah produzierte Lebensmittel auszugeben.

Infokasten


Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel