Gleich die ersten zwei, drei Würfe der Wittstocker fanden nicht ins Netz des Neuruppiner Keepers Tobias Kröcher. Im selben Atemzug legte Neuruppin routiniert los und ging mit 4:1 in Front. Dann aber konnte Hansa seine Abwehr stabilisieren und kam zu den für die Wittstocker Spielweise lebenswichtigen Gegenstößen. Beim 6:6 fiel der erste Ausgleich. Die Neuruppiner Gäste hatten große Probleme, ihre Rückraumschützen gegen die extrem offensive Abwehr in Position zu bekommen, nutzen aber effektiv den Platz, der ihnen von Außen geboten wurde. Immer wieder gingen sie mit einem Tor in Front. Beim 11:9, zwei Minuten vor der Pause waren sie sogar wieder auf zwei Tore weg. Aber Hansa nahm noch einmal eine Auszeit. "Wir wollten unbedingt dran bleiben und uns den Lohn für die guten 28 Minuten abholen. Meine Spieler sollten nun nicht den Kopf runter nehmen." Der starke Paul Sauer zwischen den Hansa-Pfosten hielt sein Team im Spiel und Marc-Steffen Köhring erzielte nur Sekunden vor der Pausensirene den Ausgleich zum 11:11.
Nach dem Wechsel blieb es spannend. Neuruppin startete mit einer spielerisch akzentuierten Angriffsformation mit schnellen Leuten im Rückraum in Hälfte zwei. Auch Hansa gab einigen Spielern eine Pause, denn alles lief auf eine spannende Schlussphase hinaus. Wittstock ließ zu keiner Phase in der Deckung nach und zwang Neuruppin immer wieder zu Fehlern. Die Gäste konnten in dieser Phase auf Tobias Kröcher im Tor bauen, der auch viele Würfe von Außen wegnahm, während es vorne an Struktur fehlte. Die Wittstocker gingen mit 16:14 in Führung. Ohne Not aber produzierten die Hanseaten nun Fehler im Angriff und warfen die Bälle weg. In dieser Phase zeigten die Neuruppiner etwa zwölf Minuten lang, warum sie in der Tabelle oben stehen und agierten sehr abgeklärt über ihre Außen Christian Lück und Hans Kühne. Beim 22:17 für den HCN viereinhalb Minuten vor Schluss schien der Deckel für den Favoriten bereits drauf zu sein. Aber Hansa wechselte den Keeper und veränderte die Deckungsformation. Überraschend machten nun gerade die erfahrenen Neuruppiner Spieler nun haarsträubende Fehler. So kam Hansa durch die Ballgewinne der offensiven Deckung bis zehn Sekunden vor Spielende auf 21:22 heran. Zu mehr reichte die Zeit aber nicht.