"Es funktioniert wie bei Ebay", sagt Daniel Wetzel vom Vereinsvorstand. Wer ein Angebot machen will - zum Beispiel Kleider- oder Haushaltsspenden, Sprachkurs-Möglichkeiten oder Freikarten fürs Fußballspiel - der registriert sich unter einem Benutzernamen und seiner Email-Adresse. Dann gibt es ein Passwort. Damit und dem Benutzernamen, der nicht dem eigentlichen im Personalausweis nicht entsprechen muss, meldet man sich an und kann Foto, Text und sonst Interessantes über sein Angebot einpflegen. Es ist dann für alle abrufbar, die sich zum Beispiel für Flüchtlinge engagieren und wissen wollen, was gerade gebraucht wird. Diese Menschen können aber auch selbst Gesuche über die neue Plattform ins Netz stellen.
Der Kontakt zu dem Verein war mithilfe der Kreis-Wirtschaftsjunioren zustande gekommen. Ivo Haase berichtete bei der Präsentation der Webseite am Freitag darüber, dass anfangs mit dem Gedanken gespielt wurde, allein solch eine Seite zu betreiben. Doch der Aufwand ist hoch. "Warum soll man selbst etwas erfinden, wenn es so etwas schon gibt?", sagte er. Und dass solch eine eigene Kreisseite für die Unterstützung der Flüchtlingsarbeit nötig ist, steht für ihn außer Frage. "Es gibt unheimlich viele Menschen, die helfen wollen", sagt Haase. Überdies lasse sich die Hilfe besser steuern. "Was wir vermeiden wollen, ist, dass Spielsachen vor Müllcontainer gestellt werden und den Eindruck vermitteln, dass Flüchtlinge undankbar sind", gab er zu bedenken. Wenn solche Fotos im Internet kursieren, dann sind sie nur Quelle für fremdenfeindliche Kommentare.
Für die Bundestagabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) ist die Plattform vor allem "die Ebene, auf der die Teilnehmer merken, dass sie nicht alleine sind, sondern viele". Tatsächlich war der Ansturm bislang groß, was die Landeshauptstadt Potsdam betrifft. Sie war der/die erste Kreis/kreisfreie Stadt, der/die die Plattform nutzte. Es gibt sie erst seit 7.Oktober in dieser Form - und dennoch sind bereits mehr als 150 Angebote beziehungsweise Gesuche eingestellt worden. Und noch einen Vorteil hat die Seite: Laut Wetzel habe sich schon in Potsdam gezeigt, dass die Verwaltungen, in der Spendenangebote zumeist einlaufen, massiv entlastet werden.
Das ehrenamtlich geführte Internetangebot braucht allerdings auch selbst Unterstützung. Auf deren Web-Auftritt kann man die Bankverbindung einsehen, weist Ivo Haase hin. Kirsten Tackmann, die regelmäßig ihre Diätenerhöhung für einen guten Zweck spendet, hat angekündigt, dass die nächste helpto.de bekommt.