Das bestätigt nicht nur ein Blick in die Städte, wo etliche Händler auf Kundschaft warten. Auch Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB), hat diese Erfahrung gemacht. "Der erhoffte Ansturm bleibt aus", sagt er. Die Händler waren davon ausgegangen, dass sich die Einkäufe quasi aufgestaut hätten und jetzt erledigt werden. Das sei nicht der Fall. "Durch die Kontaktbeschränkungen, die es noch gibt, kommt nicht die Euphorie auf, die erhofft wurde", so Päts.
Unter anderem liege es an der Mund-Nase-Maske, die Kunden tragen müssen, dass Einkäufe, die nicht unbedingt notwendig sind, verschoben werden – auf eine Zeit, in der das wieder problemloser möglich ist, erklärt Günter Päts. "Die Kunden beschränken sich derzeit auf den Bedarfskauf." Shoppen als Erlebnis, als Gefühl, mitunter für die ganze Familie, spiele keine Rolle. "Die Leute gucken nicht mehr, was es in den Läden gibt. Sie gehen gezielt und holen das, was sie benötigen", sagt der stellvertretende Geschäftsführer des HBB.
Der Lebensmittelhandel sei die Branche, die sowieso vor allem von Bedarfskäufen lebt, erklärt der Fachmann Päts. In diesem Bereich kehre langsam wieder Normalität ein. "Die großen Hamsterkäufe sind vorbei." Sie hätten dazu geführt, dass die Leute nun eher weniger einkaufen gehen. "Es ist doch so: Wenn ich fünf Packungen Toilettenpapier gekauft habe, brauche ich jetzt erst einmal lange Zeit keines mehr", spielt Päts auf den Lieblingsartikel der Hamsterkäufer an. Im Lebensmittelhandel würden die Betreiber nun auf das Pfingstgeschäft setzen. "Die Feiertage sind dort noch immer ein Höhepunkt", so Päts.