Jener Biemann war es, der bereits in der dritten Minute zur Führung traf. Kurze Zeit später erhöhte Tom Engler auf 2:0 (21.). Nach einem Freistoß fiel ihm die Kugel im von den Kyritzern kaum geschützten Strafraum vor die Füße. Engler schob ungehindert ein. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Plan von Trainer Max Döbbelin voll aufgegangen. "Wir wollten früh draufgehen, schnell ein, zwei Tore vorlegen bei den hohen Temperaturen." Immerhin machten den jungen Kickern auf dem Platz knapp 30 Grad Celsius zu schaffen. Die Sonne brannte gewaltig. Schiedsrichter René Frank (Rhinow) gewährte beiden Teams Mitte der ersten Hälfte fürsorglich eine Trinkpause.
Doch diese Unterbrechung brachte die Hausherren aus dem Konzept. Dies bestraften die Kyritzer. Die Bestrafung kam jedoch "wie aus dem Nichts", so Döbbelin. Zunächst hatten die Gäste Glück, als ihnen Referee Frank einen umstrittenen Hand-Elfmeter zusprach. Alexander Pörschke verwandelte sicher zum 1:2 aus Kyritzer Sicht (41.). Quasi mit dem Pausenpfiff war der quirlige Linksaußen erneut zur Stelle. Eine Bogenlampe war vom Querbalken zurück ins Feld und dem Torschützen vor die Füße geprallt. 2:2 (45.). "Da waren wir für kurze Zeit echt geschockt. Ich war richtig sprachlos", so der TSV-Coach.
Sein Team zeigte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit sichtlich unsortiert. "Wir haben keinen richtigen Zugriff bekommen", sah Döbbelin, wie die Partie eher dahinplätscherte. Bis Aaron Hornbogen sein Team aus der Hemmnis befreite. Und wie. Er zog vom linken Flügel nach innen und zog von der Strafraumkante ab. Der Ball schlug zum 3:2 im Kyritzer Gehäuse ein (56.).
Anschließend kam die Zeit von TSV-Top-Torjäger Domenic Dean Biemann, der mit 19 Saisontoren derzeit Zweiter der Kreisliga-Torschützenliste hinter Johannes Hein (20/Karstädt) ist. Der schlaksige Angreifer schnürte binnen zwei Minuten einen Doppelpack (68., 70.) - die Vorentscheidung. Den 6:2-Endstand besorgte Luca Wegner (85.).
Mit diesem Erfolg zogen die Wustrauer ins Kreispokal-Finale am 24. Juni in Wittstock ein. Im zweiten Halbfinale stehen sich am Freitag, 2. Juni, Karstädt/Reckenzin und Hansa Wittstock gegenüber. "Egal, auf wen wir im Finale treffen, wir wollen den Pott holen", will TSV-Trainer Döbbelin möglichst das Double einfahren. Sowohl gegen Karstädt (10. Juni) als auch Wittstock (17. Juni) müssen die Wustrauer in der Liga noch ran. Döbbelin: "Ist doch prima, dann können wir noch einmal genauer hinschauen." Beide Kontrahenten haben im Finale laut TSV-Coach einen kleinen Bonus: Hansa, weil es Heimvorteil genießt. Karstädt, weil es im 1:8-System agiert. Sprich, der TSV Wustrau müsste ebenfalls mit acht Spielern plus Torwart auf dem Feld antreten. "Ich finde, das ist schon ein Vorteil für die Karstädter, weil sie es die ganze Saison über genau so praktizieren", so Max Döbbelin.