Vor allem die schlampige Abwehrarbeit verhagelte ihm die Laune am Sonntagnachmittag. Die Gäste aus Oberhavel bestraften diese Nachlässigkeiten im ersten Durchgang rigoros. Will: "Wir haben sie durch unsere Unkonzentriertheiten zurück ins Spiel geholt." Nach dem Wechsel hatten die Oranienburger den nun stärker arbeitenden Hausherren aber kaum noch etwas entgegenzusetzen. HCN-Keeper Tobias Kröcher erwischte zwischen der 35. und 45. Minute zudem eine Super-Phase und fischte die Würfe reihenweise weg.
Doch von Beginn an: Mit einem 4:0-Lauf starteten die Hausherren furios in die Partie. Nach elf Minuten stand es 6:1. Der OHC nahm nach einem Fehlerfestival in der Offensive eine Auszeit. Und der HCN anschließend ebenso - zumindest was die Abwehrarbeit betraf. "Da war keine gar keine Abwehr mehr zu sehen", befand HCN-Rechtsaußen Christian Lück. Keine Kommunikation, keine Körpersprache, keine Präsenz. Oranienburg nutzte diese Schwächephase mit einem guten Lauf zum 7:6-Anschluss (16.). Und weil die Neuruppiner fortan die Konzentration nicht mehr hochfahren konnten, lagen sie plötzlich gar 10:11 zurück. Das Moment konnte der OHC aber nicht nutzen. Zur Pause führte der HCN wieder mit einem Treffer (17:16).
Die Forderung von HCN-Coach Christian Will für den zweiten Durchgang lautete, über die Abwehrarbeit ins Spiel zurückkommen. Und seine Mannen arbeiteten mit Wiederbeginn deutlich beherzter. Beim OHC wurden die Spielmacher auf den Halbpositionen, Manuel Potzner und Andreas Breu, besser gedeckt, sodass die Partie trotz vieler Fouls und auch vielen Zeitstrafen nach und nach in Richtung HCN-Sieg deutete. "Es lief dann zwar besser, aber gut war das trotzdem nicht", so die Einschätzung von Coach Will. Und der verletzte Torwart Dennis Plötz schob nach: "Da hat das Leben in der Bude gefehlt." Erst später pushten sich die Neuruppiner wieder.
"Wir haben uns den Sieg dann erarbeitet", ergänzte Routinier Lück. Beim Stand von 28:23 (57.) war die Vorentscheidung gefallen.
Nach dem vierten Sieg in Folge behauptete der HCN den Spitzenrang. Am kommenden Sonntag müssen die Neuruppiner bei der heimstarken TSG Liebenwalde antreten. Beginn in der Weinberghalle ist um 16 Uhr.
HCN: Kröcher, Zolper - Kehnscherper (1), Schulz (1), Simon (3), Pekrul (6), Koall, Lück (11/6), Kühne (1), Wolf (1), Hecht (6), Krause - ohne Einsatz: Zolper, Engelhardt, Palmowske,
OHC III: Prein, Fuchs - Rose, Barth (2), Esch, Gierczyk (1), Pietschmann (1), Herzberg (5), Schneider (2), Möller (1), Potzner (5), Breu (7)