Die ersten Werbeschilder sind aufgestellt, am Montag wuseln Arbeiter auf dem Grundstück an der Bahnstraße 3, Bagger stehen bereit. "Es geht los", sagt Regina Burchardt, Geschäftsführerin der gleichnamigen Immobilienfirma. Sie ist  als Projektbegleiterin für die in Bayern ansässige Fertigbaufirma Haas tätig, welche das Grundstück erworben hatte. "Der Verkauf der Wohnungen und Häuser hat am Wochenende begonnen", sagt sie. Regina Burchardt spricht von einem Leuchtturmprojekt.
Zehn weitere Grundstücke
Insgesamt entstehen sechs Mehrfamilienhäuser, sogenannte Stadtvillen, mit 54 barrierefreien Eigentumswohnungen: Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen, zwischen 55 und 70 Quadratmeter groß. Die Blöcke heißen Glückspilz, Glücksstern und Glückskäfer. Die günstigste Wohnung ist für rund 200 000 Euro zu haben, die teuerste kostet 315 000 Euro. "Die Wohnungen sollen an Selbstnutzer gehen", sagt Regina Burchardt. Gegebenenfalls seien sie aber auch für Investoren von Interesse. Sie blickt auf 20 Jahre Erfahrung im Immobilienmarkt des Berliner Umlands. Am Verkauf der Wohnungen zweifelt sie deshalb nicht. Erste Interessenten gebe es schon. Die Stadtvillen sind aus Holz. "Nachhaltigkeit steht im Vordergrund."
Neben den Stadtvillen gibt es zehn Flächen zwischen 700 und 950 Quadratmeter für Ein- oder Zweifamilienhäuser, die es ebenfalls zu erwerben gibt. Die Grundstücke inklusive Häuser sollen rund eine halbe Million Euro kosten. "Da kann sich der Kunde aussuchen, welches Haus er gerne haben möchte." Der Verkauf des Grundstücks ist an eine Bedingung geknüpft: Das darauf zu bauende Haus muss von Haas sein. Das Unternehmen hat schon Reithallen in Bötzow gebaut und das Ärztehaus in Oranienburg.
In Oberkrämer sei das Vorhaben gut aufgenommen worden, erzählt Regina Burchardt. Der Bau der Stadtvillen beginne in vier bis sechs Wochen, der der Einfamilienhäuser könne sofort starten. "Sofern die Lieferketten stimmen und die Behörden, die aktuell oft im Homeoffice arbeiten, Anträge zügig bearbeiten." Im Dezember könnten die ersten Häuser bezugsfertig sein. "Auf jeden Fall im Frühjahr", sagt die Immobilienmaklerin. Ideal wäre es, sagt sie, würde in eines der Mehrfamilienhäuser ein Service einziehen. Sie denkt beispielsweise an eine Tagespflege für Senioren.
In die Umgebung füge sich das Projekt gut ein. Das bestätigt auch Ortsvorsteherin Mandy Krenz. "Ich finde das Projekt grundsätzlich gut", sagt sie am Montag auf Nachfrage. "Wir brauchen Wohnungen in Bötzow." Allerdings hat sie Bedenken. "Es handelt sich um relativ teure Eigentumswohnungen. Der Bedarf liegt aber bei bezahlbaren Wohnungen." Sie wisse beispielsweise von vielen Feuerwehrleuten, die gern in Bötzow bleiben würden, aber keine Wohnung finden. "Eine Eigentumswohnung hilft ihnen da leider nicht weiter", sagt sie.

Oberkrämer wächst kontinuierlich


Oberkrämer wächst seit Jahren kontinuierlich. Auch Bötzow bildet da keine Ausnahme. Das langgezogene Dorf verzeichnete als größter Ortsteil im vorigen Jahr zwar nur einen leichten Zuwachs von acht Einwohnern. Momentan leben dort 3 210 Menschen. Aber ein Blick in die Vergangenheit lohnt sich durchaus. Laut Statistik lebten 2010 2 981 Menschen in Bötzow, im Jahr 2000 waren es 2 352. win