Herr Hewelcke, was sagen Sie zu den Anschuldigungen?
Diese Vorwürfe sind schlicht und einfach unwahr. Diese Mitarbeiterinnen wurden von mir in den Jahren 2009 bis Anfang 2012 gekündigt. Es ist mir unverständlich, dass sie Jahre später mit diesen absurden Beschuldigungen auftreten. Offenbar hat sich meine Frau, von der ich seit Sommer 2012 getrennt lebe, mit ihnen verbündet. Als sie damals den Hof verließ, sagte meine Frau, dass den Hof keiner haben soll, wenn sie nicht mehr dort sein kann. Leider zieht sie diese Drohung seit nun eineinhalb Jahren konsequent durch. Als sie gemerkt hat, dass sich bei der IHK nicht viel weiter bewegt, wurde der RBB eben mit in den Rosenkrieg einbezogen. Nach Anzeigen bei der Polizei, dem Finanzamt, dem Veterinäramt und der IHK sollte im TV wohl der vernichtende Zug geführt werden. Ich lasse mich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.
Können Sie konkreter auf einzelne Vorwürfe eingehen?
Ja. Es stimmt zwar, dass wir Hunde anketten. Aber nur zur Fütterung - was bei Rudelhaltung ja durchaus sinnvoll ist, da sonst die stärkeren Hunde alles und die schwächeren nichts abbekommen. Der ganze Vorgang dauert maximal ein paar Minuten, dann sind die Näpfe leer und die Hunde können sich wieder frei bewegen. Es ist Unsinn, dass ich Hunde prügele oder wild auf sie einschlage. Das erkennt man auch daran, dass sie keine Angst vor mir haben. Würde ich sie schlagen, wäre das anders.
Wie erklären Sie sich, dass nicht nur Ex-Mitarbeiterinnen, sondern auch eine Tierärztin und ein Kunde Sie anklagen?
Die Tierärztin kenne ich nicht einmal. Unser Vertragstierarzt ist aus Leegebruch. In Ausnahmefällen konsultieren wir Tierärzte aus Oranienburg oder Kremmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese negativ über meine Tierhaltung berichten. Der im Beitrag aufgetretene Kunde ist ebenfalls mit einer ehemaligen Angestellten verbunden: Sie sind im selben Hundesportverein. Sein Hund wurde von unserem Tierarzt zweimal untersucht. Es ist also unwahr, dass wir uns nicht um ihn gekümmert haben. Mittlerweile wissen wir, dass der Hund schon krank bei uns abgegeben wurde. Es mag sein, dass auch der Halter davon nichts wusste. Es zeigt aber, dass uns keine Schuld trifft.
Wie würden Sie die Haltungsbedingungen der Tiere bei Ihnen beschreiben?
Die Hundehaltung entspricht den rechtlichen Vorgaben. In punkto Gruppenhaltung erfüllen wir alle Vorgaben der Tierheimordnung des Tierschutzbundes. Die Anlagen sind von der Größe her keinesfalls zu klein. Die Tiere im Wildpark haben großzügige Gehege, die ihnen weitaus mehr Platz bieten als in vielen Zoos. Die Hunde des Vereins "Nordische in Not" und der Pension haben Bedingungen, die weit über den gesetzlichen Vorgaben liegen. Meine eigenen Hunde sind sicherlich in einfacheren Anlagen untergebracht. Aber auch diese bieten den Tieren mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben ist, sowie Schutz vor Regen und Sonne. Es stimmt allerdings, dass sie zu wenig Auslauf bekommen. Da sie aber recht großzügige Anlagen haben, widerspricht das auch nicht der Haltungsnorm.
Wie lief das mit der IHK und Ihrer Erlaubnis, Tierpfleger auszubilden?
Ich habe 2006 die Ausbildungserlaubnis erhalten. Seitdem bilde ich mich fort. 2009 habe ich die Prüfung zum Werkstierpfleger abgelegt. Zusätzlich habe ich stets mindestens einen weiteren Mitarbeiter, der zusätzlich die erforderliche Sachkunde hat. In meinem Unternehmen hat es also immer Aus- und Weiterbildung gegeben mit dem Ziel, die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Einige Ex-Angestellte haben der Kammer offenbar berichtet, dass bei uns Gefahrunterweisungen und Sicherheitsbelehrungen nicht stattfinden, dass Hundeanlagen nicht die Möglichkeit bieten, gefährliche Tiere und Mitarbeiter voneinander zu trennen. Deshalb sieht die IHK eine Gefährdung in der Ausbildung. Aber alle Behauptungen sind unwahr, was die von den Mitarbeiterinnen unterschriebenen Unterweisungen belegen. Bis auf zwei Anlagen sind alle mit Schiebern ausgerüstet, um Tiere und Personal zu trennen und gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen.
Trotzdem will Ihnen die Kammer die Ausbildungserlaubnis entziehen?
Ja. Die IHK war Anfang 2013 mit zwei Mitarbeitern bei uns. Es wurde uns aber nichts genannt, was zu beanstanden wäre. Im August 2013 spitzte sich die Situation zu, weil sich die Kammer weigerte, unsere Ausbildungsverträge zu unterschreiben. Das wird jetzt vor Gericht geklärt. Wir haben zwei Frauen hier, deren Ausbildung zurzeit wegen der IHK faktisch ausgesetzt ist. Sie verlieren dadurch viel Zeit.
Haben die Vorwürfe, die Berichte in Rundfunk und Presse negative Auswirkungen auf Ihren Betrieb?
Einige Kunden haben sich gemeldet, weil sie die Vorwürfe nicht mit dem zusammenbringen konnten, was sie von uns kennen. Und vor allem, weil sie wissen, dass ihre Hunde gern bei uns sind. Hunde lügen nicht. Wenn er hier grob angefasst oder misshandelt werden würde, würde er nicht beim zweiten oder dritten Besuch schwanzwedelnd zu uns laufen. Wir hatten aber auch einige, zum Glück wenige Kunden, die ihren Platz storniert haben.
Wie geht es jetzt weiter?
Wir stellen uns offen der Kritik, um diejenigen, die Zweifel haben, von unserer guten Arbeit zu überzeugen. Wir laden jeden ein, sich selbst ein Bild von den Haltungsbedingungen bei uns zu machen. Meine Tierpflegerinnen und ich stehen jederzeit bereit. Vieles können wir anhand stichhaltiger Beweise entkräften. Letztlich muss der Hundehalter nur sein Tier beobachten, wenn er zu uns kommt. Wie gesagt: Ein Hund lügt nicht.