Ausgangspunkt ihrer langen Tour, mit der sich Stefanie Weber einen Kindheitstraum erfüllte, war ihr Heimathof in Kremmen-Hohenbruch. "Ich hatte schon lange den Wunsch, mit meinen Pferden so eine lange Strecke unterwegs zu sein", sagt sie. "Man erlebt unterwegs immer wieder Abenteuer und entdeckt so einiges." Genau das sei es auch, was den Reiz am Wanderreiten ausmache und weshalb sie im vergangenen Jahr 712 Kilometer im Sattel verbrachte.
Ein weiterer Vorteil gegenüber einem normalen Ausritt sei, dass man beim Wanderreiten ein festes Ziel habe. "Ich will mit meinem Pferd von A nach B kommen und nicht nur ein bisschen durch den Wald reiten", so Weber. Auf mehrtägigen Touren ist sie deshalb auch stets mit ihren beiden Pferden unterwegs. "Da ich ja dann Gepäck mitnehmen muss, ist es sowohl für mich als auch für das Pferd, das ich gerade reite, sehr angenehm, ein Packpferd dabeizuhaben." In dieser Rolle würden sich Bjartur und Iða dann von Tag zu Tag abwechseln.
Eine Titelverteidigung hat sich Stefanie Weber in diesem Jahr nicht vorgenommen: "Ich mache jetzt erst einmal etwas Pause. Im nächsten Jahr kann ich mir aber vorstellen, wieder anzugreifen."
Auf den großen logistischen Aufwand, den sie im Vorfeld des Rittes an die Ostsee betrieb, würde Weber dann in Zukunft allerdings verzichten: "Es hat mich einiges an Zeit gekostet, Höfe herauszusuchen und Streckenabschnitte festzulegen." Unterwegs habe sie dann aber festgestellt, dass man auch mit Pferd problemlos irgendwo unterkommen könne. "Sollte ich nochmal so eine Tour unternehmen, würde ich ins Blaue reiten."
Zwei Vereinskameraden von Stefanie Weber konnten sich ebenfalls einen Spitzenplatz im Wanderreitercup sichern. In der Kinderklasse belegte Milla Reinhardt (neun Jahre alt - auf Pferd "Vakar", 46 Kilometer) den ersten Platz, Séraphine Schielke erreichte bei den Jugendlichen (15 Jahre alt - Pferd "Matti", 327 Kilometer) Rang drei.