Nach mehr als zwei Jahren hat die Borgsdorfer Grundschule wieder eine Leitung. Tatjana Leibach-Schultz ist am Dienstag im Rahmen einer kleinen Feierstunde in ihr neues Amt eingeführt worden.
Die Aufbruchstimmung an der Borgsdorfer Grundschule will Tatjana Leibach-Schultz nutzen, um das Profil der Schule zu stärken und das pädagogische Konzept zu überprüfen. Ihr schwebt vor, die Schule noch mehr im Ort zu vernetzen, um Synergieeffekte zu erzielen sowie den kreativen Bereich auszubauen. Dabei kann sie sich auf ein eingespieltes und zuverlässiges Kollegium verlassen, dem sie selber schon seit mehr als zehn Jahren als Lehrerin für Deutsch, Kunst, Englisch und Mathe angehört.
Die etwa 20 Kollegen schenkten ihr zum Start einen Apfelbaum, der im Schulgarten reichlich Früchte tragen soll. Der kleine Baum stehe symbolisch auch für einen unbelasteten Neuanfang an der Schule, sagte eine Lehrerin.
Als die Stelle vor gut einem Jahr ausgeschrieben wurde, musste die 50-jährige Mutter eines siebenjährigen Sohnes nicht lange überlegen. "Das ist eine tolle Aufgabe", sagte sie nach der Feierstunde.
Die erste große Herausforderung steht bereits quasi vor der Tür. In den nächsten Tagen wird die Borgsdorfer Flüchtlingsunterkunft schräg gegenüber der Schule bezogen. 45 Menschen aus verschiedenen Ländern werden erwartet, darunter auch 20 Kinder, von denen einige die Grundschule besuchen werden. "Wir teilen die Kinder auf die Klassen auf und richten eine Willkommens-Klasse ein, um den Flüchtlingskindern gezielt Sprach- und Förderunterricht geben zu können", so Leibach-Schultz.
Dabei gelte für jedes Kind an ihrer Schule das gleiche Prinzip - nämlich "Stärken stärken und die Kinder da abholen, wo sie sind".
Gemeinsam mit den Kindern, den Eltern und dem Kollegium möchte sie auch in enger Zusammenarbeit mit der Stadt einen neuen Namen für die Schule suchen. "Dafür lassen wir uns aber Zeit, denn der Name muss zu uns passen."
Ihre Stelle war nach dem Umzug ihrer Vorgängerin Sibyll Petka Maywald zwei Jahre nicht besetzt. Erst im vergangenen Sommer übernahm Holger Mittelstädt, Leiter der Hohen Neuendorfer Waldgrundschule, auf Bitten des Schulamtes zusätzlich die kommissarische Leitung in Borgsdorf. Jetzt ist diese Doppelbelastung für ihn beendet. Schulrätin Sylvia Albroscheit dankte ihm für sein Engagement ebenso wie das Borgsdorfer Lehrerteam, bevor sie den Staffelstab in Form der Ernennungsurkunde an die neue Schulleiterin weitergab. Hohen Neuendorfs Sozialfachbereichsleiter Sebastian Kullack sicherte der neuen Direktorin die Unterstützung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Stadt zu.
Einer der nächsten schulischen Höhepunkte ist das Hoffest am 19. Mai. Von 14.30 Uhr bis 17 Uhr präsentieren die etwa 400 Mädchen und Jungen, was sie auf der Projektwoche unter dem Motto "Werde aktiv!" ausprobiert und einstudiert haben. Gäste sind willkommen.