„Es hat einfach mega Spaß gemacht“, sagt Maria Dithmar. Die Zehntklässlerin hat die Hände voll – mit Blumen, einem noch verpackten Kopfhörer, einer Urkunde und einem Hefter. Dass sie für ihre Abschlussarbeit nach dem Praktikum bei „cup & cake“ ausgezeichnet würde, damit habe sie überhaupt nicht gerechnet, sagt die 15-jährige Marie-Curie-Gymnasiastin.

Backen, servieren, verkaufen

„Ich kannte das Geschäft, weil ich dort schon auf Kindergeburtstagen war“, sagt sie. Also hat die Hohen Neuendorfer Pfarrerstochter dort einfach nachgefragt. Inhaberin Annika Frenz-Funk war einverstanden, und Maria Dithmar stieg für eine Woche gleich voll ein. Backen, servieren und verkaufen waren für die Neuntklässlerin spannende, vielseitige Aufgaben, und die Atmosphäre in dem kleinen Café gefiel ihr auch. Sie bedauerte bloß, dass ihr Praktikum nur fünf Tage dauerte statt der üblichen zehn. Denn es fand im März statt, als die Corona-Pandemie ihren Anfang nahm, und „cup & cake“ dann nicht mehr öffnen durfte.

Lebendiger Erfahrungsbericht

Entsprechend anschaulich und detailliert fiel ihr Bericht für die Schule aus, in dem sich die Schülerin viel Mühe machte, ihre Eindrücke auf 25 DIN-A4-Seiten in Worte und Bilder zu fassen. Ihre Abschlussarbeit (und noch drei weitere aus ihrer Klasse) hat auch ihren Lehrer Florian Luer beeindruckt. Er reichte sie beim Wettbewerb „#nachgefragt“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam ein. „Es waren qualitativ und sprachlich hochwertige Arbeiten“, sind sich Lisa Gerstmann von der IHK Potsdam und Michaela Klothen vom „Netzwerk Zukunft“ einig.

Acht kamen in die engere Wahl

22 Arbeiten wurden in diesem Jahr eingereicht, acht kamen in die engere Wahl, darunter alleine fünf vom Marie-Curie-Gymnasium. Maria Dithmar hat nun den Preis für den Landkreis Oberhavel erhalten, inzwischen ist sie in der 10. Klasse.
Das Hohen Neuendorfer Gymnasium ist bekannt dafür, seine Schülerinnen und Schüler auch für die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend forscht“ und andere zu motivieren, und regelmäßig sind Erfolge zu verzeichnen. Auch im IHK-Wettbewerb „#nachgefragt“ war mit Leonie Grau die Vorjahressiegerin eine Marie-Curie-Gymnasiastin.

Berufsorientierung auf dem Stundenplan

Unterstützung bei der beruflichen Orientierung steht an der Schule von der 7. bis zur 12. Klasse in unterschiedlicher Form auf dem Unterrichtsplan. Dazu gehören neben Praktika beispielsweise Projekttage zum Thema „Bewerbung“, sagt WAT-Fachlehrer Eric Preuß. Oberstufenkoordinator Rüdiger Becker organisiert zudem seit einigen Jahren ein Treffen mit Ehemaligen, die Zwölftklässler über ihre ersten beruflichen Erfahrungen oder das Studium ausfragen können.

Billie Eilish auf den Ohren

Was sie später studieren möchte, weiß Maria Dithmar noch nicht. „Etwas mit Lebensmitteln“ könne sie sich eventuell vorstellen, sagt sie vage. Ihren Preis, den Bose-Kopfhörer, hat sie von Lisa Gerstenberg begeistert entgegengenommen. Um damit im Klassenzimmer heimlich Ed Sheeran, Billie Eilish und Michael Jackson zu hören, ist er zu groß. Aber das würde Maria sowieso nicht tun, denn den Unterricht findet sie wohl auch ganz spannend. Jedenfalls sagt sie auf die Frage, ob sie auch sonst gut in der Schule sei, mit einem ganz zufriedenen Lächeln einfach „ja“.