Das Projekt „Vielfalt für das Stolper Feld“ ist am Wochenende mit dem „Nachhall 2020 Award“ der Rheinsberger Preussenquelle ausgezeichnet worden. Die Idee der Interessengemeinschaft Stolper Feld (IG), in der sich Berliner und Oberhaveler engagieren, hat den ersten Preis in der Kategorie „Überregionales Nachhaltigkeits- und Ökologie-Projekt“ gewonnen. Der Preis ist mit 1.500 Euro doziert. Das teilte der Mineralwasser-Produzent mit.

„Frolawi“ im Aufbau

Die Initiative plant, 150 Hektar konventionelle Landwirtschaftsfläche zwischen Frohnau und dem Dorf Stolpe Stück für Stück in Biotope zu verwandeln. Zudem soll dort die solidarische Landwirtschaft „Frolawi“ aufgebaut werden.
Spekuliert hat die IG auf den Publikumspreis, da über die Vorschläge online abgestimmt werden durfte. „Dass wir nun von der Jury für den Preis ausgewählt wurden, ist eine besondere Überraschung für mich persönlich“, freut sich Sprecherin und Mitinitiatorin Kathrin Schlegel, die die Bewerbung einen Tag vor Meldeschluss eingereicht hatte.

Freude beim Senator

In einem Grußwort zur Preisverleihung freute sich der Berliner Senator für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Dirk Berendt (B90/Grüne), über die Auszeichnung für die Gruppe. „Dieses werten wir als gutes Zeichen für alle weiteren Verhandlungen rund um die Flächen und als Unterstützung für unsere Natur“, so Kathrin Schlegel im aktuellen Newsletter.
„Unterstützung und Aufmerksamkeit für die vielen kleinen, aktiven und so wichtigen Umweltschutzprojekte, darum ging es uns von Beginn an“, sagte Preussenquelle-Geschäftsführer Frank Stieldorf bei der feierlichen Verleihung des Nachhall 2020 in kleinem Rahmen in Rheinsberg. „Die Klimawende schaffen wir nur gemeinsam. Aber allzu oft bleiben Initiativen aus Freunden, Nachbarn oder Schulen unter dem Radar der großen Nachhaltigkeitspreise.“
Wofür das Preisgeld verwendet wird, steht noch nicht fest. Vorstellbar ist es, das Geld in die Öffentlichkeitsarbeit, in das Projekt Gemüseanbau auf dem Feld und in Informationstafeln zu stecken. Darüber soll der Verein „Vielfalt für das Stolper Feld“, der diesen Herbst gegründet werden soll, am Ende entscheiden.

Großes Interesse in Oberhavel

Die Initiatoren stoßen mit ihrem Projekt vor allem in Frohnau und im Südkreis von Oberhavel auf großes Interesse. „Es haben sich inzwischen viele weitere interessierte, engagierte und tolle Menschen bei uns gemeldet“, sagte Kathrin Schlegel von der IG. Sie wollen mitmachen oder informiert werden, was sich auf dem Feld entwickelt. „Unser Newsletter-Verteiler umfasst aktuell mehr als 180 Menschen. Die Interessengemeinschaft hat 91 Mitglieder.

Weitere Preisträger


Drei Brandenburger und zwei Berliner Projekte, darunter die IG Stolper Feld, sowie eine überregionale Einreichung durften sich über Preis und Preisgeld freuen.

Zwei der insgesamt sechs vorgeschlagenen Initiativen erhalten den Publikumspreis.

Mehr als 4.000 Menschen beteiligten sich im Frühjahr an der Online-Abstimmung und wählten den neuen, regionalen Bio-Laden „Rio-Laden“ in Wittstock sowie ein Blühflächen-Projekt aus dem Raum Kassel zu den Siegern.

Die weiteren Jurypreise gehen zudem an die Projekte „Essbare Schule Rheinsberg“, „Lupenrein&Wasserfest“ in Berlin-Pankow sowie „Entwicklung einer Naturwaldzelle in Wandlitz“.