Insgesamt 185 Zeitungen aus 27 Ländern hatten im Vorfeld ihre besten und kreativsten Seiten ins Rennen um einen der begehrten European Newspaper Awards geschickt. Am Ende konnte sich auch der Oranienburger Journalist Odin Tietsche zu den Gewinnern zählen.
Der 33-Jährige wechselte erst im Mai dieses Jahres als Redakteur zum Oranienburger Generalanzeiger, zuvor war er viele Jahre für die Märkische Allgemeine tätig. Für diese hatte Tietsche noch im Januar vier individuelle Comic-Seiten angefertigt, die den Lesern eine ansprechende Vorschau auf das Jahr 2017 geben sollten. Obwohl der zweifache Familienvater aus Oranienburg Ende April zum Generalanzeiger und damit zum Verlag der Märkischen Oderzeitung (MOZ) wechselte, reichte sein früherer Arbeitgeber die Comicseiten bei den European Newspaper Awards ein. Dieser Preis wird unter anderem für kreative neue Ideen vergeben, wie sich Nachrichten erzählen und darstellen lassen. Und tatsächlich: Alle vier Comics wurden in der Rubrik "Alternative Storytelling" (zu deutsch: alternative Erzählformen) jeweils mit einem Preis ausgezeichnet.
"Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll", zeigt sich Odin Tietsche noch immer überwältigt. Er hatte zwar von ehemaligen Kollegen schon gehört, dass sein früherer Arbeitgeber seine Seiten einreichen wollte. "Aber mit einem Preis, geschweige denn gleich mit vier Preisen, hätte ich niemals gerechnet."
Auf die Idee zu den Comicseiten hatte ihn sein früherer Vorgesetzter gebracht. "Er hatte mir einen Artikel gezeigt, der mit Comic-Elementen aufgepeppt war. Es blieb nur die Frage: Comic und Tageszeitung - passt das wirklich zusammen?" Schnell war für den Oranienburger klar: Das könnte klappen.
Gemeinsam mit der Grafikerin Katharina Ibendorf ging Odin Tietsche im Januar ans Werk. Die vier Comicseiten wurden in langwieriger Feinarbeit konzeptionell erstellt, grafisch gestaltet, mit Texten und Sprechblasen versehen und am Ende farblich abgestimmt. "Es war ein Haufen Arbeit mit vielen Überstunden, aber es hat sich definitiv gelohnt", so Tietsche.
Neue Ideen für seinen jetzigen Arbeitgeber hat der Redakteur ebenfalls bereits in der Schublade. "Eigentlich fokussiere ich mich zwar mehr auf den Online- und Social-Media-Bereich des Generalanzeigers, aber es gibt natürlich auch Gedankenspiele für die Tageszeitung, die ich gerne mal ausprobieren würde. Die werden aber noch nicht verraten", sagt der 33-Jährige mit einem Augenzwinkern. Man darf als Leser also gespannt bleiben.