Es macht viel Lärm und staubt, sieht aber auch spektakulär aus. Auf den Böschungen der gesperrten Autobahn 10 haben sich am Sonnabend über Mittag in sicherer Entfernung Schaulustige eingefunden, um den Abriss der Fußgängerbrücke am Wensickendorfer Weg in Birkenwerder zu beobachten. Handys und andere Kameras sind gezückt. Es wird fotografiert, bis die Finger klamm werden. Der Abbruch schreitet mit zwei großen Abrissbaggern, einem Schaufelbagger und Lastern, die die Betonteile gleich abtransportieren, rasch voran.

Das Brückengeländer wird geknickt wie ein Streichholz

Wie ein gefräßiges Gebiss arbeitet sich die riesige Zange durch die Brückenteile, greift immer wieder nach großen Brocken, die am Boden mit dem einem Hammeraufsatz am Bagger zerkleinert werden. Als wäre es eine Streichholzkonstruktion wird das rote Brückengeländer geknickt, vom Beton gerissen und auf der Fahrbahn abgelegt. Schon kurz vor halb drei am Nachmittag stehen nur noch die drei Widerlager nutzlos auf der Autobahn.

Der kurze Weg zum Waldfriedhof ist weg

„Die Verwaltung sollte einmal die Woche einen Busshuttle für die Leute organisieren, die zum Friedhof wollen“, sagt Roselyne Dirk, die mit ihrem Mann den Abriss betrachtet. Denn für den Weg zum Waldfriedhof Birkenwerder wurde die kurze Verbindung auch genutzt.
Die Ersatzbrücke auf der Bundesstraße 96, die inzwischen angeschlossen sind, bildet augenblicklich für Autofahrer die einzige Möglichkeit, über die Autobahn hinwegzukommen.
Bereits am Freitagabend war der nördliche Berliner Ring zwischen den Anschlussstellen Birkenwerder und Mühlenbeck beziehungsweise dem Dreieck Pankow gesperrt worden. Auch die Brücke an der Fichteallee musste weichen. Dort ist eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer aber schon montiert.
Spätestens am Montag soll die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben sein.