Nach dem Fotoshooting am vergangenen Sonntag auf der Bernauer Straße mit 50 Personen in Autos, im Bus, auf Fahrrädern und zu Fuß ist in Oranienburg ein heftiger Streit über eine mögliche Verkehrsberuhigung der Straße im Abschnitt zwischen Sachsenhausener und Stralsunder Straße entstanden. CDU und Linke warfen sich gegenseitig Unsachlichkeit vor. Während die Linke die Fotoaktion unterstützte, lehnt die CDU eine Verkehrsberuhigung „einer der wichtigsten Hauptverkehrsachsen der Stadt“ als nicht machbar ab.

Oranienburg

Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann (SPD) machte am Freitag Vorschläge zur Umfahrung der Bernauer Straße, um den genannten Abschnitt ausschließlich Fußgängern vorzubehalten. Der Verkehr in Ostrichtung könne über die Lehnitz- und André-Pican.Straße geführt werden. In umgekehrter Richtung schlägt Blettermann vor, den Verkehr über das Gewerbegebiet Nord und die B96neu sowie über André-Pican- und Saarlandstraße umzuleiten. Moderne Verkehrsleitsysteme könnten dabei den Verkehr regeln. Blettermann schlägt auch vor, die B273 zu einer Landes- oder Kommunalstraße herabzustufen. Er wünsche sich eine Flaniermeile mit Verkaufspavillions und Cafés, vor denen man draußen einen Kaffee trinken kann, ohne dass der Verkehr vorbeirauscht.

Neue Havelbrücke in Oranienburg

Auch eine weitere Havelbrücke bringt der Sozialdemokrat ins Spiel. Eine Querung in Höhe von Walter-Bothe- und Dr.-Heinrick-Byk-Straße ist schon lange im Gespräch. Die CDU spricht dabei von einer Autobrücke, andere Fraktionen und Baustadtrat Frank Oltersdorf wollen allenfalls eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke. Blettermann will die Brücke auch für Einsatzfahrzeuge der Polizei und Feuerwehr und im Falle von Sperrungen anderer Brücken für den Verkehr öffnen.
„Brücken verbinden“, sagt Blettermann und schlägt eine Versachlichung der Debatte vor. Die Stadtverordneten sollten offen für neue Ideen sein. Am 4. November trifft sich der Bauausschuss erstmals zu einer Sondersitzung, um über die Entwicklung der gesamten Innenstadt zu beraten. Dann geht es neben der Bernauer Straße auch um die Brachen gegenüber dem Schloss und den sogenannten Fischerkiez.

Pläne für die Rungestraße

Wie berichtet, hat die CDU bereits genaue Vorstellungen. Sie will eine Flaniermeile mit Läden und Cafés am Fischerweg. Auch für Kulturschaffende solle es Raum geben. Wie Blettermann schlägt die CDU einen Parkplatz auf der Brachfläche an der Rungestraße vor, die inzwischen der Stadt gehört. Dort wiederum würde die Verwaltung gern einen Bio-Supermarkt ermöglichen. Verschiedene Betreiber haben Interesse, ein solches Geschäft in Oranienburg zu eröffnen.