Ausstellungsreif ist der Wald im Deutschen Historischen Museum geworden – und mit ihm Max, der Dachs, das Maskottchen der Bergfelder Bürgerinitiativen für den Erhalt der Natur. „Unter Bäumen – die Deutschen und der Wald“ soll nun auch nachhaltig wirken.
Wenn die Sonderausstellung im Berliner Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums (DHM) Anfang März abgebaut wird, bleiben ein lesenswerter Katalog zum Wald – und fünf junge Lärchen auf dem ehemaligen Bergfelder Grenzstreifen. Die Idee, den Gedanken der Nachhaltigkeit auf diese Weise aus dem Museum hinauszutragen, hat dessen Mitarbeiter Robert Kluth Marian Przybilla vom Naturschutzturm der Deutschen Waldjugend angetragen. Mit Kluth war auch der Kontakt zu den Bergfelder Leihgebern für die Ausstellung zustande gekommen und Max so in dem Museum gelandet, wo er Kluth zufolge vor allem junge Betrachter neugierig macht.
Während die Ausstellung die Geschichte des Waldes in seinen Mythen und Funktionen bis heute erzählt, verweisen die Pflanzungen auf die Zukunft, so die Idee. Dafür kann das Museum sogar auf Fördermittel zurückgreifen, sagt Brigitte Vogel, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Vermittlung im DHM. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist das 25-jährige Jubiläum, das das DHM in diesem Jahr begeht.
Was von Bergfelder Seite aus getan werden kann, hat Marian Przybilla inzwischen schon geregelt. Förster Carsten Voigt und Henry Repkow von der Forstverwaltung haben zugesagt, sich um den Kauf der Lärchen zu kümmern. Die sollen schon eine gewisse Größe aufweisen, weil eigentlich Mitte Februar noch keine Jahreszeit zum Pflanzen ist, dies aber noch im Rahmen der Ausstellungszeit unternommen werden soll. Bisher sind es dann die einzigen Lärchen in der Gegend des Bergfelder Hochzeitswaldes – die Lärche ist der Baum des Jahres 2012. „Die europäische Lärche wächst unproblematisch auch im märkischen Sand“, hat Przybilla von den Förstern erfahren.
Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung (Die Linke) ist informiert und ebenso die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bergfelde, die möglichst mit einer Gulaschkanone zum Naturschutzturm eilen sollen.
Bei der Pflanzung selbst sollen neben Vertretern des DHM Jugendliche helfen. Dazu hat Przybilla in der Roten Schule von Hohen Neuendorf angefragt und bei der Katholischen Schule Sankt Franziskus in Berlin, an der er selbst Lehrer ist. Schüler sollen anschließend die Pflege der jungen Bäume übernehmen. Auch einige Einladungen für den Termin am 17.Februar hat Marian Przybilla für den symbolträchtigen Akt schon ausgesprochen, so etwa an den Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Oliver Schworck, und dessen Stellvertreter Karl-Heinz Marx. Der hat als Forstamtsleiter von Berlin-Tegel übrigens in seinem Bereich den höchsten Berliner Baum, weiß Przybilla – eine fast 45 Meter hohe, mehr als 200Jahre alte Lärche, wie die Schutzgemeinschaft vor ein paar Jahren ermittelt hat. Nicht zuletzt ist Gerrit Große (Die Linke), Vizepräsidentin des Brandenburgischen Landtages, eingeladen.
Einer, der aber auf gar keinen Fall fehlen darf, ist Max, der Dachs, meint Marian Przybilla. „Für diesen Tag muss er Ausgang aus dem Museum kriegen.“