Für eine 83-jährige Frau im Mühlenbecker Land (Oberhavel) muss das ein herber Schlag sein. Die Seniorin hat viel Geld an einen Betrüger verloren. Die Polizei spricht von einer höheren, vierstelligen Summe. „Sonst waren es immer 2000 bis 3000 Euro. Hier war es schon deutlich mehr“, so Christin Sorban, Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.
Der Schwindel ist am zurückliegenden Wochenende erst aufgeflogen. Am Sonntag (6. November) hat die Dame Anzeige bei der Polizei erstattet.
In den Tagen zuvor war die Rentnerin auf ihrem Handy per Nachricht von jemandem kontaktiert worden, der sich als ihr Sohn ausgab. Sein Vorwand, um an Geld zu kommen: Er habe sein Handy verloren, eine neue Telefonnummer und auch die Daten für das Online-Banking nicht mehr. „Der Frau teilte er mit, dass er aber noch drei Rechnungen bezahlen müsste“, so Polizeisprecherin Sorban. Die 83-Jährige aus dem Mühlenbecker Land wollte daraufhin „ihrem Sohn“ aus der Patsche helfen und überwies das Geld.

Wie hätte der Betrug verhindert werden können?

Nicht nur das war ein Fehler. Sie kontaktierte ihren leiblichen Sohn auch erst, nachdem sie das Geld gezahlt hatte. Dabei stellte sich heraus, dass bei ihrem Sohn alles in Ordnung ist und sie einem Betrüger aufgesessen ist. Nun ermittelt die Polizei in diesem Fall.
Wer solche erfundenen Nachrichten von Trickbetrügern auf sein Handy bekommt, sollte grundsätzlich misstrauisch sein und nichts überweisen, raten Polizei und Verbraucherzentrale. Zudem sei es besser, einmal mehr nachzufragen und die Verwandtschaft unter der Festnetznummer oder der bekannten Mobilnummer zu kontaktieren. Die Nummer der Trickbetrüger kann im Handy blockiert werden, um nicht weiter belästigt oder unter Druck gesetzt zu werden. Die betrügerischen Nachrichten sollten nicht gelöscht, sondern beim Erstatten der Anzeige bei der Polizei vorgelegt werden.