Die Hälfte der Ausstellungsräume des Regionalmuseums (Remo) ist im Hauptgeschoss des Südflügels im Schloss untergebracht. Wenn am Dach gearbeitet wird, um diese Rissursachen zu beseitigen, dürfen keine Personen, Exponate oder andere Dinge in den Räumen sein. Fraglich bleibt, ob auch die angrenzenden Räume von den Sanierungsarbeiten betroffen sein werden.
Jetzt könnte es noch bis "Mitte des Jahres" dauern, bis die Schäden beseitigt sind, teilte am Montag, Stadtsprecher Gilbert Collé mit. Von außen sind nur Gerüste am Schloss zu sehen. Zunächst müsse die Dachdämmung entfernt werden, so Collé. Dann würden die Dachbalken ersetzt. "Erst danach kann die Risssanierung beginnen", so Oranienburgs Sprecher, der außerdem sagte: "Alles ist mit dem Kreis und der Schlösserstiftung abgestimmt." Der Kreis wurde zuletzt im Dezember darüber informiert, dass unter anderem die Zimmererarbeiten erneut ausgeschrieben werden mussten. Eine "verbindliche Aussage zum Fertigstellungsstermin" konnte die Stadt nicht liefern, heißt es aus der Kreisverwaltung. Grund: Unvorhergesehene Begebenheiten bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes können nicht eingeschätzt werden.
Dem Kreis und seinen Museumsmitarbeitern sind die Hände gebunden. Sie können nur warten. Denn betroffen ist vor allem der Hauptausstellungsraum, in dem das wichtigste Exponat – die Allegorie auf die Gründung Oranienburgs – ausgestellt werden soll. "Bis zum Umzug bleibt es noch an seinem alten Platz, darauf haben wir uns mit der Schlösserstiftung geeinigt", sagt Landrat Ludger Weskamp (SPD) gegenüber dieser Zeitung.
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) teilte dem Landkreis vor drei Jahren mit, dass sie beabsichtigt, für das Schlossmuseum Einzeltickets einzuführen. Bis dato berechtigte der Erwerb eines Tickets zum Besuch beider Museen im Schloss ­– dem Schloss- und dem Kreismuseum. Zur Einführung von Einzeltickets wollte SPSG und Landkreis einvernehmlich an sogenannten Kombitickets festhalten.
Zu den künftigen Eintrittspreisen gibt es derzeit noch keine Auskunft vom Landkreis, da die Verhandlungen mit der SPSG noch nicht abgeschlossen sind.
Um das großflächige Gemälde war wegen der neuen Preisgestaltung zwischen dem Kreis (Besitzer) und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ein Streit entbrannt. Im Schloss gibt es zwei Museen. Das Kreis- und das Schlossmuseum. Bislang hängt die "Allegorie" als Leihgabe im Schlossmuseum der SPSG. Der Kreis hatte Ende 2018 schließlich die Leihgabe aufgekündigt.
Das Gemälde "Allegorie auf die Gründung von Oranienburg" ist für das Kreismuseum das bedeutendste Sammlungsstück und soll künftig die Identifikation mit dem Remo in besonderem Maße herstellen. Aufgrund der durch die SPSG beabsichtigten Einführung von Einzeltickets wird nach Auskunft des Kreises "eine bis dahin nicht dagewesene Konkurrenzsituation beider Museen geschaffen". Aus diesem Grund hatte der Landkreis den Leihvertrag für die Allegorie an die SPSG vom 21. August 2000 fristgerecht zum 1. Dezember 2018 gekündigt. Zuvor hatte der Kreistag dem Vorhaben zugestimmt.
Im Zuge der Neukonzeption der Einrichtung wird das betreffende Gemälde als Hauptexponat der Dauerausstellung dienen und als zentrales Motiv für die Öffentlichkeitsarbeit des Regionalmuseums fungieren, so die Kreisverwaltung.
Das großformatige Gemälde bleibt während der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am Schlossdach weiterhin im Schlossmuseum ausgestellt und wird erst nach Abschluss der Baumaßnahmen ins Remo wechseln und installiert. Dies sei mit der SPSG entsprechend vertraglich vereinbart.
Damit das Regionalmuseum während der Schließzeit in der öffentlichen Wahrnehmung bleibt, führen Museumsmitarbeiter verschiedenste Veranstaltungen im neuen Empfangsraum sowie mobile Angebote in Schulen, Kitas und anderen öffentlichen Einrichtungen des Landkreises durch.
Unter dem Titel "Remobil" fahren Museumspädagogen seit dem Frühjahr 2019 in Kitas, Schulen oder auch Senioreneinrichtungen, um aktiv Museumsarbeit vor Ort durchzuführen und Lust auf einen Museumsbesuch zu machen, das insbesondere für Kinder mit Maskottchen Mausfried viele interaktive Möglichkeiten zum Entdecken der Exponate und der Geschichte unserer Region bereithält. Die Angebote sollen Kleinkinder im Alter bis zu sechs Jahren, Grundschulkinder, Jugendliche und Senioren ansprechen.
Beim Remobil wird für Kitakinder unter anderem erläutert, wie Königinnen und Könige lebten, Grundschulklassen hingegen können in die Steinzeit entführt werden ­– Reproduktionen von Pfeilspitzen und Mitmach-Aktionen in Form eines Quiz inklusive. Unter dem Titel "Wer war eigentlich Dr. Gift?" erfahren Jugendliche mehr über das Leben des Chemikers und Oranienburger Friedlieb Ferdinand Runge.
Eine Veranstaltungsreihe für Seniorenwohnheime hat das Team ebenso im Angebot.
In den vergangenen acht Monaten wurden so bereits 1 500 Kinder, Jugendliche und Senioren erreicht.