Die Havelschule wächst nun zu Oberhavels größter Grundschule heran. Im kommenden Schuljahr ist Platz für bis zu 900 Schüler. Derzeit besuchen 750 Kinder die Einrichtung. Weil Oranienburg größer wird und immer mehr Kinder eingeschult werden, gehört der Anbau der Havelschule zum Programm der Angebotserweiterung der Stadt. Die Havelschule wird künftig fünfzügig geführt. Zwölf neue Klassenräume für die ersten und zweiten Klassen entstehen auf zwei Etagen und insgesamt 2 000 Quadratmetern. Außerdem gibt es, wie schon in der Comeniusschule,  sogenannte Teilungsräume, vorgesehen ist eine kleine Bibliothek, ein Lehrerzimmer, ein kleines Foyer sowie ein überdachter Pausenhof. Der eigentliche Schulhof liegt zwischen Alt- und Neubau. Dahinter erhält die Schule 30 Autostellplätze.
Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) lud beim Richtfest am Mittwoch bereits zum Fertigstellungstermin ein. Ende Juli 2020 soll der Bau bezugsfertig sein. Noch in diesem Jahr sollen das Dach geschlossen, Fenster und Türen eingebaut werden. Dann folgt der Innenausbau. Entworfen wurde das L-förmige Gebäude vom Büro Planungswerk Näther Wucke aus Berlin.
5,2 Millionen Euro werden investiert, davon 300 000 Euro für die Ausstattung. Zwei Drittel der Summe sind Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau Ost. "Wir mussten zuletzt ein Besprechungszimmer zum Klassenraum umwandeln", sagt Schulleiter Andreas Deutschländer und veranschaulicht damit die akute Raumnot. Mit dem Neubau wird sogar noch ein Puffer eingebaut, um eine möglicherweise noch höhere Nachfrage abdecken zu können. "Am Speicher und an der Walter-Bothe-Straße enstehen hunderte neuer Wohnungen. Da werden auch viele Kinder leben", sagt Deutschländer.
Mit 65 Jahren ist Schluss
Er leite gerne eine große Schule, denn durch die Größe würden sich viele Möglichkeiten ergeben. Deutschländer schwärmt von seinem Kollegium und wird wehmütig, wenn er an seinen Abschied denkt. 2021 soll nach dann 30 Jahren als Schulleiter Schluss sein. "Ich werde dann 65 Jahre alt", sagt der Oranienburger, der Generationen von Kindern in den ersten sechs Schuljahren begleitet hat. Er hoffe, dass seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger aus der Havelschule kommt.
Doch bis es soweit ist, freut sich Andreas Deutschländer auf die Fertigstellung des Neubaus. Um auch das Sportangebot für die wachsende Schülerzahl aufrecht zu erhalten, braucht die Havelschule mehr Hallenkapazitäten. Die kleine Sporthalle hinterm Altbau reicht dafür schon lange nicht mehr aus. Die Torhorstschule zieht sich aus ihrer Halle schrittweise zurück. Komplett durch die Havelschule nutzbar ist die Halle aber noch lange nicht. Dafür muss zunächst eine neue Sporthalle geplant werden. Neben dem Havelschulanbau plant der Landkreis den Neubau einer Drei-Felder-Halle. Darüber werden sich auch die Sportvereine freuen, die derzeit um Nutzungszeiten in den Hallen konkurrieren.
Der Hallenneubau soll nach Beendigung der Sanierung des alten Gebäudeteils der Torhorstschule nach dem Schuljahr 2021/22 erfolgen, teilte die Kreisverwaltung mit.

Bald größte Grundschulein Oberhavel


Am Schulstandort, an dem sich Havelgrundschule und Torhorst-Gesamtschule befinden, gab es früher die Allende-Realschule, Torhorst-Oberschule, Pablo-Neruda-Schule und Maria-Kuhn-Schule mit insgesamt mehr als 1 000 Schülern.

Die Havelschule, die aus der Maria-Kuhn-Schule hervorging, hat heute 700 Schüler und kann auf maximal 900 Plätze anwachsen. Sie wird dann die größte Grundschule im Landkreis Oberhavel sein. kd