Bei dem metallischen Gegenstand, der auf einem Grundstück am Inselweg in Lehnitz in viereinhalb Metern Tiefe geortet wurde, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag in Oranienburg mit. Zuvor hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) der Oranienburger Stadtverwaltung das Ergebnis der UltraTEM-Untersuchung mitgeteilt. Einhundertprozentige Gewissheit bestehe aber erst mit der Freilegung des Gegenstandes, erklärte Stadtverwaltungssprecherin Eike-Kristin Fehlauer.

Form einer Bombe zu erkennen

Da mit dem UltraTEM-Verfahren aber genaue Aussagen zur geometrischen Form eines Gegenstandes im Boden getroffen werden können, sei das Untersuchungsergebnis als äußerst zuverlässig zu erachten, erklärte die Sprecherin. „In der Vergangenheit hat es sich bislang in jedem Fall bestätigt. Wie die Bombe bezündert ist, kann aber erst bei der Freilegung festgestellt werden. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass sie über einen chemischen Langzeitzünder verfügt. Im nahen Umfeld wurden bereits Bomben geborgen, die mit einem chemischen Langzeitzünder ausgestattet waren, zuletzt im vergangenen Jahr am Treidelweg“, so Eike-Kristin Fehlauer.

Stadt hat Sperrkreis eingerichtet

Aufgrund der Ergebnisse hat der KMBD die Einrichtung eines Sperrbereiches mit sofortiger Wirkung empfohlen. Dieser Empfehlung kam die Stadtverwaltung am Donnerstag sofort nach. Um 10.30 Uhr ist ein Sperrbereich rund um die Bombe in Kraft getreten. Dieser betrifft mehrere Grundstücke am Inselweg, einen Straßenabschnitt sowie eine Fläche des Treidelweges am Oder-Havel-Kanal. Die naheliegenden Grundstücke sowie der Wasserbereich sind durch die aufgebaute, sechs Meter hohe Wand aus Hochseecontainern so gesichert, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Anwohner sein Zuhause verlassen muss.

Entschärfung im November geplant

Gemeinsam mit dem KMBD wird die Stadtverwaltung nun die Freilegung der Bombe in die Wege leiten und einen entsprechenden Zeitplan aufstellen. Um die Bombe bergen zu können, müssen zuvor unter anderem Spundwandkästen in die Erde gegraben und eine Grundwasserabsenkung vorgenommen werden. Insbesondere bei der Grundwasserabsenkung handelt es sich um ein technisch aufwendiges und komplexes Verfahren. Nach ersten Schätzungen ist mit der Bergung deshalb voraussichtlich im November zu rechnen. Genauere Details sollen in den nächsten Tagen folgen.