In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist es rund um die Bomben-Problematik in Oranienburg ruhiger geworden. Vor wenigen Tagen unterstrichen die Landtagsabgeordneten der Region, dass das Thema dennoch nicht an Bedeutung verlieren darf.
Am Freitag, 4. März, wurde das durch eine Nachricht aus der Stadtverwaltung untermauert. Im Zentrum der Kreisstadt Oranienburg schlug die Technik im Rahmen der systematischen Kampfmittelsuche an.

Bombenteile an der Lehnitzstraße

Auf dem Grundstück an der Lehnitzstraße 63 in Oranienburg wurde ein metallischer Gegenstand in der Erde gefunden. Bei der genaueren Untersuchung mittels UltraTEM-Verfahren, das zuverlässige Aussagen über die Form des Gegenstandes liefert, wurde festgestellt, dass es sich um Teile einer Bombe handelt. Möglich ist, dass bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auch noch Sprengstoff und ein intakter Zünder vorhanden sind.
Die vorbereitenden Arbeiten zur Freilegung der Bombenteile sind bereits angelaufen. „In dieser Woche begann der Aufbau der Anlage zur Grundwasserabsenkung“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Auch eine Splitterschutzwand wird noch installiert, um angrenzende Gebäude zu schützen.
Nach Aussage des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburg (KMBD) sind die Bombenteile zum 26. April so weit freigelegt, dass eine verlässliche Aussage zu ihrem Zustand und zur Bezünderung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg möglich ist. Da die Bombe nach jetzigen Erkenntnissen nicht mehr vollständig und somit schwer zu entschärfen ist, muss sie voraussichtlich gesprengt werden. Dies würde am Folgetag, den 27. April geschehen.
Die Stadtverwaltung wird Anlaufstellen für die Bevölkerung einrichten und eine Unterbringung für von Corona betroffene Menschen ermöglichen. „Weitere Einzelheiten dazu erfahren Sie im Laufe des April“, so die Stadt.
Jedes Jahr werden in Oranienburg dutzende Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Für die Stadt bedeutet das oft den Ausnahmezustand. Hier finden Sie alle Informationen zum Thema.

Modellregion Oranienburg – worum geht es?

Die Belastung Oranienburgs mit Bombenblindgängern war am Mittwoch, 23. Februar, erneut Thema im Landtag Brandenburg.
Eine von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen geplante Änderung des Ordnungsbehördengesetzes soll die Testphase der seit 2019 bestehenden „Modellregion Oranienburg“ bei der Kampfmittelsuche um zwei Jahre bis 2024 verlängern.
Oranienburg sei mit seiner Last von Bomben mit chemischen Langzeitzündern nach den Worten von Heiner Klemp (Grüne) „deutschlandweit herausragend betroffen und bedarf der Solidarität Brandenburgs und des Bundes“. So sei es folgerichtig, das Projekt Modellregion zu verlängern.
„Die Gesetzesänderung sieht weiter vor, auch die freiwillige Teilkostenerstattung des Landes für Grundwasserabsenkungen im Zuge der Bombensuche in Oranienburg bis Ende 2024 weiterzuführen“, bemerkte der Oranienburger Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann. Der SPD-Politiker würdigte die Einrichtung der Modellregion als Meilenstein und dankte den Kampfmittelsuchern für das bisher Geleistete.
Die „Modellregion Oranienburg“ bei der Kampfmittelsuche wurde durch das Land Brandenburg eingeführt, damit die Bombensuche in Oranienburg noch schneller und effektiver wird. Das Ordnungsbehördengesetz sieht aktuell noch eine Evaluation der Modellregion bis Ende 2022 vor. Die Kostenbeteiligung des Landes für Grundwasserabsenkungen, seit 2019 erstattete das Land mehr als 725.000 Euro, ist gegenwärtig bis Ende Juli 2022 geplant.
Aufgrund starker coronabedingter Einschränkungen bei der Bombensuche im Stadtgebiet Oranienburg und damit verbundener mangelhafter Bewertungsgrundlage soll die Testphase der Modellregion verlängert werden.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt wirbt dafür, die wichtigen Hilfen für die Kreisstadt bis Ende des Jahres 2024 zu verlängern. „Mehr Geld, mehr Personal und vor allem mehr Unterstützung bei den kostenintensiven Maßnahmen der Grundwassererhaltung – das sind die zentralen Forderungen der Stadt Oranienburg.“ Die aktive Unterstützung der Stadtverwaltung um Bürgermeister Alexander Laesicke sei nötig, speziell um weitere wichtige Forderungen fachlich zu untermauern.