Bei der Kampfmittelsuche an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse in Oranienburg wurden zwei metallische Gegenstände gefunden. Laut der Ergebnisse des UltraTEM-Verfahrens (das mithilfe eines elektromagnetischen Feldes über dem Verdachtspunkt zuverlässige Aussagen über die Form eines Gegenstandes liefert) handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Bombenblindgänger. Jetzt teilte die Stadt das weitere Vorgehen mit.
Die vorbereitenden Arbeiten für die Bergung der zwei Bombenblindgänger laufen auf Hochtouren, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Arbeiten sind äußerst anspruchsvoll, aufwendig und teuer“, so Sven Marten. Er leitet das Amt für Brandschutz mit dem Sachgebiet Kampfmittel. „Beide Bomben liegen in einer Tiefe von rund 10 Metern und damit tiefer als alle bisher in Oranienburg gefundenen Bomben.“ Die eine Bombe befindet sich im Wasser, die andere im Böschungsbereich.
In der vergangenen Woche konnte laut Stadtverwaltung der Einbau der 80 Spundbohlen – eine Spezialanfertigung aus Luxemburg, angeliefert über den Wasserweg – abgeschlossen werden. „Damit befindet sich jetzt um jede Bombe herum ein fertig installierter Spundwandkasten, in dem weiter gearbeitet werden kann“, so Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer. „Um die beiden Kästen herum wird im nächsten Schritt die Arbeitsfläche hergerichtet, um die weiteren Schritte vollziehen zu können.“
Im Mittelpunkt stehe dabei die Grundwasserabsenkung. „Wegen der erheblichen Tiefe, in der die beiden Bomben liegen, muss das Grundwasser auf mehr als 20 Meter tief abgesenkt werden“, erklärt Sven Marten. „Auch das ist noch anspruchsvoller und schwieriger als ohnehin schon.“
Die Stadt Oranienburg hat einen Sperrkreis veröffentlicht. 2800 Menschen müssten ihre Häuser verlassen.
Die Stadt Oranienburg hat einen Sperrkreis veröffentlicht. 2800 Menschen müssten ihre Häuser verlassen.
© Foto: Stadt Oranienburg

Termin für die Entschärfung

Zunächst installiert die mit der Grundwasserhaltung beauftragte Firma in jedem Spundwandkasten mehrere Brunnen, die entsprechenden Bohrungen sind in dieser Woche gestartet. Sofern die Grundwasserabsenkung dann problemlos vonstattengeht und auch der Probebetrieb erfolgreich verläuft, kann anschließend die eigentliche Freilegung der Bomben beginnen. Die Entschärfung der beiden Bombenblindgänger könnte dann nach jetzigem Stand am Mittwoch, 7. Dezember, erfolgen. „Dafür würde an diesem Tag ein Sperrbereich mit einem Radius von 1000 Metern rund um den Fundort der Bomben gelten“, so Eike-Kristin Fehlauer. In diesem Radius leben rund 2800 Menschen, die ihre Häuser verlassen müssten.
„Funde wie diese verdeutlichen, dass wir gemeinsam mit Land und Bund weiter unermüdlich an der Beseitigung der Bomben, die noch in unserer Erde liegen, arbeiten müssen“, wird Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) zitiert. Wie die Zusammenarbeit aller beteiligten Ebenen weiter verbessert werden kann, welche konkreten Regelungen verändert und welche Mittel bereitgestellt werden sollten, darüber werde in regelmäßigen Beratungen des Bürgermeisters fraktionsübergreifend mit Oranienburger Bundes- und Landtagsabgeordneten beraten. „Ziel ist es, die politischen Kräfte im Interesse der Stadt zu bündeln“, so der Bürgermeister. Die nächste Zusammenkunft ist für November geplant.
Weitere Informationen zur Bombenlast in Oranienburg finden Sie auf unserer Themenseite.