Zwei metallische Gegenstände wurden bei der Kampfmittelsuche an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse gefunden. Laut den Ergebnissen des UltraTEM-Verfahrens handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Bombenblindgänger. Die Freilegung ist aufwändiger als bei allen Entschärfungen zuvor. Bisher wurden schon 3,6 Millionen Euro ausgegeben.
Die Bergung wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erfolgen können, die vorbereitenden Arbeiten laufen auf Hochtouren. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch (13. Juli) mit. „Diese sind schon jetzt äußerst anspruchsvoll, aufwendig und teuer“, so Stadtsprecherein Eike-Kristin Fehlauer. Beide Bomben liegen in einer Tiefe von 12 Metern und damit tiefer als alle bisher in Oranienburg gefundenen Bomben.

Halteverbot – für Anlieger und Angler

„Damit Arbeitsfahrzeuge und alle nötigen Geräte problemlos zur Räumstelle gelangen können, gilt ab sofort ein absolutes Halteverbot in der Straße Weg zur Biberfarm“, so Fehlauer. „Insbesondere Anglerinnen und Angler sind angehalten, das Halteverbot zu beachten. Das Halteverbot gilt so lange, bis die Bomben erfolgreich geborgen sind.“
Vor Ort würden die Vorbereitungen, um die beiden Bomben freilegen zu können, zügig voranschreiten. „In der vergangenen Woche wurden über den Wasserweg 80 Spundbohlen mit einer Länge von 26 Metern angeliefert – eine Spezialanfertigung aus Luxemburg.“ Diese werden erschütterungsarm in den Boden gepresst und bilden dann die Spundwandkästen rund um die Bomben. Zuvor finden Vorbohrungen statt, um mögliche Hindernisse im Boden aufzuspüren.
Spezialsand, der in die Bohrlöcher verfüllt wird, soll ein reibungsloses Einpressen der Spundbohlen ermöglichen, damit diese sich nicht verbiegen oder verbeulen und sicher halten. Gleichzeitig ist ein Wasserhaltekonzept in Erarbeitung, das die Grundlage für den Brunnenbauer bildet, um später die Grundwasserabsenkung vornehmen zu können. Auch die Grundwasserabsenkung ist aufgrund der Tiefe, in der die beiden Bomben liegen, noch anspruchsvoller und aufwendiger als bei bisherigen Entschärfungen.

Sperrbereich von 100 Metern um den Fundort

Bereits vor etlichen Wochen wurde ein Teil des Gewässers vollständig aufgeschüttet, um insbesondere an die Bombe im Flussbett besser gelangen zu können.
Rund um den Fundort der beiden Bomben gilt ein Sperrbereich von 100 Metern, der nicht betreten werden darf. Wer einen Blick auf die Räumstelle werfen möchte, kann dies von der Brücke aus tun, die von der Friedrich-Siewert-Straße aus erreichbar ist.