In seinem Heimatort Zühlsdorf hat der Bürgermeister die Mehrheit der Stimmen geholt. Er bekam 615 Stimmen, Mario Müller holte 394. Die Zühlsdorfer hatten übrigens auch am schnellsten ausgezählt. Bereits gegen 19.40 Uhr waren die Vorstände sowohl mit der Landtagswahl, die zuerst ausgezählt wurden. als auch mit der Bürgermeisterwahl in den beiden Wahllokalen "durch". So hätte es an sich weitergehen können. In vielen Wahllokalen wurde dieser Sonntag von den Wahlvorständen als "entspannt" empfunden. Auch die Wählerinnen und Wähler fanden sich offenbar mit den beiden Wahlzetteln schnell zurecht und blieben kaum lange in der Wahlkabine.
Doch dann wurde es bis in den späten Abend geradezu nervenzerreißend spannend. Bis nach 21 Uhr hatten drei Wahlbezirke ihre Stimmen noch nicht ausgezählt, darunter die Kita am Schlosspark in Schönfließ, die als eine Hochburg von Mario Müller galt. Auch Klaus Brietzke (CDU) hatte dort seinerzeit mit großem Abstand die meisten Stimmen geholt. Tatsächlich erreichte Müller dort mit 73,1 Prozent sein bestes Ergebnis. Auch im Wahllokal Restaurant Kastanienhof in Schildow wurde um 22 Uhr noch gezählt. Dort war der Abstand zwischen den Kandidaten lediglich eine einzige Stimme.
Auch angesichts eines Vorsprungs von meistens etwa 400 Stimmen äußerte sich Filippo Smaldino während der Auszählung, die er am Bildschirm verfolgte, nur verhalten optimistisch. Er sei erst erleichtert, wenn alle Wahllokale ausgezählt seien. Mit dem 56-jährigen Sozialdemokraten fieberten im Mühlenbecker Restaurant "Amici" etwa 50 Freunde und Parteifreunde sowie seine Familie mit. Zum Schluss gab es sogar ein kleines Feuerwerk.
"Es war knapp", sagte ein enttäuschter Mario Müller, der aber auch versicherte. "Ich grabe mich nicht gleich ein und verspreche meinen Wählerinnen und Wählern, dass ich weiterarbeiten werde. Ich bin ein Demokrat, und natürlich akzeptiere ich die Entscheidung."
Nicht nur war die Wahlbeteiligung hoch, auch die Zahl der ungültigen Stimmen war erheblich. Vielen war anzusehen, dass sie bewusst ungültig gemacht worden waren. "Pest" und "Cholera" hatte jemand unter die beiden Namen geschrieben.
Filippo Smaldino erklärte am späten Abend, Mario Müller sei ein fairer Gegner gewesen, und er sei ein guter Kommunalpolitiker. Smaldino betonte erneut, er stehe für eine pluralistische Gesellschaft und sei in der Vergangenheit deshalb des Öfteren schon angefeindet worden. Der Bürgermeister hatte bereits vor der Wahl angekündigt, er werde anschließend auf alle zugehen und mit ihnen zum Wohle der Gemeinde weiterarbeiten.

Infokasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel. kürzel