"Wir brauchen dringend einen Fonds zur Beseitigung von Rüstungsaltlasten beim Bund", sagt Laesicke. Nur mit dessen Hilfe könnten gefährliche Kampfmittel rascher beseitigt werden. Das Land und die Stadt dürften mit den explosiven Altlasten, die eine zunehmende Gefahr für Leib und Leben der Menschen darstellten, nicht länger allein gelassen werden.
Was er gebetsmühlenhaft seit Jahren Politikern jeglicher Couleur immer mit auf den Weg gebe, wiederhole er gern, "weil ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, dass der Bund eines Tages doch einsehen muss, dass er sich solidarischer Hilfe für die Lösung einer nationalen Aufgabe nicht entziehen kann".
Er habe in der Nacht vor der Bombensprengung nicht ruhig schlafen können, erklärt Laesicke am Donnerstagnachmittag Axel Vogel. Der Fraktionschef der Grünen im Landtag ist gekommen, um sich über die Bombenproblematik in Oranienburg zu informieren, sieht sich den Ort der Sprengung zwischen zwei Wohnblocks an und ist positiv erstaunt, dass die kontrollierte Detonation die Häuser nicht massiv beschädigt hat. Die 220 zerstörten Dachziegel sind zu dieser Zeit ebenfalls schon wieder durch neue ersetzt.
"Was aber wäre gewesen, wenn die Sprengung die beiden Wohnblocks in Schutt und Asche gelegt hätte?", fragt Laesicke. "Erklären Sie den Leuten mal, die dann alles verloren hätten, dass sie keinen Rechtsanspruch auf irgendeine Entschädigung haben!" Eine politische Lösung muss her, sind sich Laesicke und Vogel schnell einig.
Der Grünen-Fraktionschef ist der Meinung, dass das ein Kapitel ist, das schneller angepackt gehört und das allein von Land und Kommune nicht geschultert werden könne. Vogel versichert, dass er die Oranienburger Bombenproblematik auch gegenüber der Grünen-Bundestagsfraktion zur Sprache bringen werde.
Das will auch der hiesige Wahlkreisabgeordnete im Deutschen Bundestag, Uwe Feiler (CDU). Bei seinem Antrittsbesuch bei Laesicke diskutierte er mit dem Stadtoberhaupt ebenfalls die Bombenproblematik, für die Oranienburg jedes Jahr zwei Millionen Euro und Belastungen von nochmals rund 850 000 Euro in den städtischen Gesellschaften zu tragen hat. "Geld, das noch über viele Jahre für andere wichtige kommunale Aufgaben fehlen wird", beklagt Laesicke.
Feiler sieht zwar kaum Möglichkeiten, dass der Bund sämtliche Kosten für die Kampfmittelbeseitigung übernimmt. Für die Schaffung eines Fonds zur Beseitigung von Rüstungsaltlasten, wie Laesicke es angeregt hat, will er sich jedenfalls gegenüber den zuständigen Bundesministerien einsetzen. Zunächst möchte Uwe Feiler die Bombenproblematik aber mit den Fraktionskollegen besprechen, die in ihren Wahlkreisen mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert sind.
Für nächste Woche hat Feilers Bundestagskollege Harald Petzold (Linke) seinen Besuch bei Laesicke angekündigt. Auch ihm wird der Bürgermeister seinen Vorschlag erläutern.