Auch in anderen Orten Oberhavels, vor allem im Südkreis, fielen die Kampfflugzeuge durch die verursachte Geräuschkulisse auf. "Die beiden Maschinen haben den Bereich Oberkrämer nicht unterhalb einer Höhe von 500 Fuß (rund 150 Meter über Grund) überflogen", informiert ein Sprecher des Luftfahrtamtes. "Diese Form der Ausbildung ist für die Einsatzkräfte der Bundeswehr sehr wichtig. Gleichzeitig gibt es für solche Flüge ein durch das Bundesministerium der Verteidigung genehmigtes und stark limitiertes Flugstundenkontingent." Dadurch könne die notwendige militärische Ausbildung durchgeführt werden. Die Lärmbelästigung sollte für die Bevölkerung möglichst gering gehalten werden.
Christian Dittmar spricht von einer "erheblichen Gefährdung", die solche Tiefflüge "über sehr dicht besiedeltem Gebiet wie dem Berliner Großraum innerhalb des Autobahnrings A10" darstellen. "Dieses Gebiet war und ist kein Übungsgebiet. Es gibt in Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern genügend unbesiedelte Gebiete zum Üben", sagt Dittmar.
Der Sprecher des Luftfahrtamtes stellt hierbei klar:"Grundsätzlich ist über dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland überall militärischer Flugbetrieb zulässig." Die Mindesthöhe für Kampfflugzeuge über Grund betrage normalerweise rund 300 Meter über Grund. "Sie kann nach vorheriger Anmeldung in wenigen aber unverzichtbaren Ausnahmen auf 500 Fuß (150 Meter über Grund) unterschritten werden."
An Streckenführungen seien militärische Tiefflüge am Tage nicht gebunden. "Damit wollen wir erreichen, dass sich die Flugbewegungen im niedrigen Höhenband möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik verteilen. Selbstverständlich versuchen wir dabei, bewohnte Gebiete nicht überfliegen zu müssen." Aber die hohe Bevölkerungsdichte in Deutschland und der Luftraum, den die Kampfflugzeuge für ihre Übungen benötigen, würden diesen Bemühungen enge Grenzen setzen.