"Die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste, unserer Mitarbeitenden und Partner hat für uns oberste Priorität", begründet Mario Seitz, Leiter des Hotels Liebenberg, diesen Schritt. Die Besucher des Marktes sollten sich auf dem Weihnachtsmarkt "wohlfühlen" und vom Alltag abschalten können. Dies sei "unter den aktuellen Gegebenheiten und den Bestimmungen für Großveranstaltungen" aber nicht mehr gewährleistet, sagt Seitz, der auf die Maskenpflicht sowie die geltenden Abstandsregeln verweist. "Deshalb haben wir uns entschieden, dieses Jahr auszusetzen."
Einer der wichtigsten Gründe für die Absage: Die Begrenzung der Gäste im Zuge der Corona-­Auflagen sowie die damit verbundenen Bestimmungen lassen sich aus Sicht der Organisatoren nicht mit dem Konzept des Liebenberger Weihnachtsmarktes in Einklang bringen. Normalerweise spazieren tausende Besucherinnen und Besucher an jedem Adventswochenende über den Markt. Der Andrang stellt die Veranstalter in der Regel auch nicht vor allzu große Probleme, denn auf dem großen Gelände gibt es ausreichend Platz für die Gäste. Doch mit den nun geltenden Einschränkungen und einzuhaltenden Mindestabständen mache eine Durchführung des Marktes kaum mehr Sinn, so die Veranstalter. "Der Publikumsmagnet Liebenberger Weihnachtsmarkt lebt von seiner behaglichen Atmosphäre und dem vorweihnachtlichen Trubel", sagt Robert Kallweit-Bünger, Hauptorganisator des Marktes. Bis zuletzt hätten er und seine Mitstreiter deshalb auch alle Möglichkeiten, den Markt doch noch irgendwie stattfinden zu lassen, "eingehend geprüft". Am Ende jedoch vergeblich. "Wir treffen diese Entscheidung deshalb schweren Herzens", bedauert Kallweit-Bünger die endgültige Absage.
Diese erfolgt laut Sonja Erb, Kommunikationsleiterin der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement, bereits jetzt, um "Standbetreibern sowie Besucherinnen und Besuchern Planungssicherheit geben zu können". Erb spricht ebenfalls von einer schweren Entscheidung. "Es war wirklich nicht leicht und die Kolleginnen und Kollegen haben diverse Szenarien geprüft." Ohne Erfolg.
Ob die endgültige Absage in Liebenberg auch Auswirkungen auf andere Weihnachtsmärkte in der Region hat, ist noch unklar. Die Entscheidung über den Weihnachtsmarkt 2020 in Himmelpfort ist noch nicht gefallen. "Unsere Tendenz ist aber, ihn stattfinden zu lassen", sagte die Geschäftsführerin des Weihnachtshauses Himmelpfort, Elke Schmälzke. Die Entscheidung, ob der Weihnachtsmarkt wie geplant an allen vier Adventswochenenden stattfinden wird, werde im Laufe der kommenden Woche getroffen, kündigte sie an. Die Organisatoren anderer Weihnachtsmärkte in Oberhavel halten sich dagegen noch bedeckt und wollten sich auf Nachfrage noch nicht zu möglichen Absagen äußern.
Die Durchführung des Neuruppiner Martinimarktes, der ebenfalls zu den größten Märkten in der Vorweihnachtszeit in Brandenburg zählt, steht auch noch in den Sternen.  Laut Axel Leben, Chef der Inkom, die den Markt organisiert, wird erst in der kommenden Woche geklärt, wie es mit dem bunten Treiben in der Fontanestadt weitergeht. Das komme "auf den genauen Wortlaut in der neuen Verordnung des Landes Brandenburg an", die aber noch nicht vorliegt, so Axel Leben. Erst dann sei klar, ob ein Plan B überhaupt möglich wäre.