Sonnig war es am Sonnabend am Grabowsee, aber auch kalt. In Ufernähe war am Morgen eine hauchdünne Eisdecke zu sehen. Den Friedrichsthaler Jochen Schäffner hielt das am späten Vormittag aber nicht davon ab, in die Fluten zu springen – um weit raus auf den See und wieder zurück zu schwimmen. „Das mache ich inzwischen jeden Tag“, sagt Schäffner. Und dabei ist es erst sein erster Winter im See.
Genau genommen hat die Corona-Pandemie dazu geführt, dass der 44-Jährige zum Winterschwimmer wurde. In der warmen Jahreszeit war Schäffner, der Fußball beim SV Friedrichsthal spielt, schon immer im Grabowsee schwimmen. „Aber nur bis Oktober. Danach bin ich immer in den Turm nach Oranienburg gefahren. Allerdings haben die Hallenbäder ja schon wieder zu.“

Neoprenanzug schützt im Grabowsee vor Kälte

Weil Schäffner nicht darauf verzichten wollte, seine Bahnen zu schwimmen, kaufte er sich im Herbst einen sechs Milimeter dicken Neoprenanzug samt entsprechender Kopfbedeckung, wasserdichte Handschuhe und Neoprenschuhe. „Der Anzug bietet Schutz bis null Grad. Bislang habe ich noch nicht gefroren“, sagt der Friedrichsthaler.

Besser als im Hallenbad

Inzwischen ist der tägliche Ausflug zum Grabowsee für Jochen Schäffner keine Notlösung mehr. Im Gegenteil: „Das ist viel schöner als im Hallenbad. Ich glaube, dass ich nicht mehr zurück in den Turm gehen werde, wenn Corona mal vorbei ist.“
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