Fitnessstudio, Bowling- und Kegelbahn, Kletterwand und Sporthallen (für Tischtennis und Badminton) können unter Hygienestandards und Abstandsgeboten geöffnet werden. Der entsprechende Kabinettsbeschluss kam am Dienstag. "Wir sind in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und wollen am 28. Mai an den Start gehen", bekräftigt er. Erst nach der Klarheit, die neue Auflagen mit sich bringen soll, will er sich auf Öffnungszeiten und Besucherbegrenzungen festlegen. Sicher ist: Im Fitnessstudio werden die Geräte auseinander geschoben, der Kursraum wird mitgenutzt, die Schrankkapazitäten zurückgefahren.
Frühestens am 13. Juni könnten nach aktuellem Landesplan zudem Spaßbad und Trockensaunen öffnen. Dann wird dieser Bereich des Turms für gute drei Monate geschlossen gewesen sein. Ein Minusgeschäft, das sich laut Duberow noch nicht in Zahlen ausdrücken lasse. Pro Monat könnten sich am Ende die Verluste im höheren fünfstelligen Bereich, vielleicht sogar darüber, befinden.
Im Turm drehte in den vergangenen Wochen nur einer richtig auf: Maskottchen Falko. Er stellte per Videobotschaften die einzelnen Abteilungen vor. Zu sehen war im Hintergrund meist eines: gähnende Leere. "Wir sind in den Stand-by-Modus gegangen", erklärt Duberow. Fachbegriff: technische Gebäudegrundsicherung. Erstmals seit Bestehen der Erlebniscity wurden sämtliche Temperaturen heruntergefahren: die im Wasser von mitunter 28 bis 36 Grad auf 18, in den Sporthallen auf zehn bis zwölf Grad. Weiter runter ging nicht. "Wir müssen Frost- und Spannungsschäden am Bauwerk vermeiden", so Duberow.
Frischwasserzufuhr und Abwasserableitungen wurden gekappt. Das Wasser in den Becken blieb, zirkulierte in einem Filter- und Aufbereitungskreislauf. "Ablassen und neu füllen wäre wesentlich teurer gewesen", so Duberow. Die Kosten hätten im mittleren fünfstelligen Bereich gelegen. Zudem bestand so keine Gefahr, dass ausgetrocknete Fliesen Sanierungsarbeiten nach sich ziehen können. In der Schließzeit wurden Entlüftungs- und Brandschutzanlagen saniert, nötige Reparaturarbeiten vollzogen.
Der Turm führte Kurzarbeit für seine Mitarbeiter ein. Diese lag bei null. Heißt: Nach abgebauten Überstunden ("Plusstunden" im Turm-Jargon) und altem Urlaub blieb ein Großteil im April und Mai zu Hause. Die Arbeitsagentur übernahm das Kurzarbeitergeld. Somit fiel ein großer Teil der Personalkosten weg. "Für uns als Zuschussbetrieb war das eine Erleichterung, wir haben auch keine Rücklagen, dürfen keine haben." Er sei dankbar, dass die betriebliche Regelung auf Verständnis bei den Mitarbeitern traf. Die Betreiberin des Turms, die Stadtservice Oranienburg GmbH (SOG), habe keine andere Möglichkeit gehabt. "So konnten wir die Arbeitsplätze sichern", sagt Duberow. "Die Kurzarbeit hilft uns wirtschaftlich durch diese Krise."
Viele Stammkunden seien dem Turm trotz Schließzeit treu geblieben. So wurden Inhabern von Monats- und Jahreskarten für das Fitnessstudio diverse Angebote gemacht. Die meisten hätten nicht auf eine Auszahlung des Betrags bestanden. "Etwa ein Viertel hat sogar auf alles verzichtet und weiter gezahlt", freut sich Kay Duberow.