Die Bereitschaft, andere Menschen in der Krise zu unterstützen, ist groß. "Ich habe viel mehr Leute, die Hilfe anbieten, als solche, die Hilfe brauchen", erzählt Christiane Koss. Die Einsätze koordiniert sie von zu Hause aus. Vormittags von 9 bis 11 und nachmittags von 16 bis 18 Uhr ist sie erreichbar. Mehr als 50 Einwohnerinnen und Einwohner haben sich in den vergangenen Wochen bei ihr gemeldet und Hilfe angeboten – darunter auch einige Kinder und Jugendliche.
Gebraucht werde Hilfe vor allem beim Einkaufen oder beim Einlösen von Rezepten. Vor allem ältere oder chronisch Kranke hätten Bedarf angemeldet, berichtet Christiane Koss. Sie bringt Helfende und Hilfesuchende per E-Mail oder Telefon zusammen. Dabei achtet sie darauf, dass diese möglichst nahe beieinander wohnen. Die Modalitäten – beispielsweise ob das Geld für den Einkauf ausgelegt oder vorher übergeben wird – müssen untereinander abgesprochen werden.

Anfragen gehen zurück

Am Info-Telefon rund um Corona-Fragen sitzen Simone Schreck und ihre Kolleginnen Beate Paul und Ramona Zorn von der Touristeninformation der Gemeinde. Etwa 40 Anrufe seien bisher eingegangen, berichtet Simone Schreck. Die Fragen sind vielfältig. Einige Anruferinnen und Anrufer wollten wissen, wo sie einen Mundschutz bekommen können, andere fragten, ob sie über Nacht Besuch empfangen dürften. Mehrmals ging es auch um die Frage, ob Berliner und Berlinerinnen nach Birkenwerder kommen dürfen. Das sei erlaubt, so Simone Schreck.
Aktuelle Informationen bekommen die Mitarbeiterinnen der Touristeninformation, die Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar sind, unter anderem vom Landkreis Oberhavel. "Wenn wir uns selbst nicht sicher sind, überprüfen wir Informationen, rufen zurück oder verweisen an andere Stellen", sagt Simone Schreck. Inzwischen gehen die Anfragen zurück. Wer Hilfe brauche, habe sich schon am Anfang gemeldet, vermutet Christiane Koss. Sie habe gedacht, dass die Nachfrage größer sei. Aber viele Ältere würden von ihren Familien versorgt – oder möchten sich die seltenen Ausflüge zum Einkaufen nicht nehmen lassen.
Unter den Anrufen, die bei der Freiwilligenagentur eingingen, war auch einer aus Finnland. "Diese Geschichte fand ich besonders bemerkenswert", sagt Christiane Koss. Die Anruferin machte sich Sorgen um ihre über 90-jährige Tante in Birkenwerder, die aus dem Krankenhaus in Hennigsdorf entlassen werden sollte. Sie habe niemanden, der sich kümmern könnte. Normalerweise wäre die Frau aus Finnland gekommen, durfte aber wegen Corona nicht einreisen. Christiane Koss schickte jemanden zur der alten Dame, nachdem diese an einem Sonnabend entlassen worden war.  So konnte ihr übers Wochenende geholfen werden – bis am Montag die Sozialstation übernahm. Es wäre schön, wenn sich die große Hilfsbereitschaft auch nach der Krise noch halten würde, sagt Christiane Koss. Allerdings hätten wahrscheinlich im Moment viele Menschen mehr Zeit als normalerweise.
Kontakte: Bürgertelefon zum Thema Coronavirus: 03303 290147 (Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr) - Freiwilligenagentur: telefonisch täglich von 9 bis 11 Uhr und von  16 bis 18 Uhr unter  0171 3385151 oder per Email an freiwilligenagentur@birkenwerder.de