Noch sind die Ponys, die neueste Anschaffung des Liebenthaler Haustierparks, in Quarantäne und können weder besichtigt noch gestreichelt werden.
Das allerdings hat nichts mit Corona zu tun, sondern ist ein ganz normales Prozedere, um eine mögliche Einschleppung von Krankheiten in einen Tierpark zu verhindern. Lydia Rick, die Chefin des Parks, hofft jedoch, dass die Kinder die Ponys schon in ein paar Wochen bestaunen können.
Artenvielfalt im Liebenthaler Haustierpark

Waschbär, Frettchen und Co. Artenvielfalt im Liebenthaler Haustierpark

Angst vor einem erneuten Lockdown

Nach den Frettchen, Waschbären und Enten, die jetzt den Goldfischteich bewachen, sind die Ponys die letzte Neuanschaffung in diesem Jahr. „Ich würde gerne noch weitere Gehege bauen oder umgestalten und Tiere holen, doch wegen der Corona-Pandemie gehe ich lieber auf Nummer sicher“, sagt die Chefin. Denn sie hat Angst vor einem zweiten Lockdown und dessen Auswirkungen, wie sie zugibt.

Keine Besucher, keine Einnahmen

Denn die hat sie Anfang des Jahres schmerzlich zu spüren bekommen, als durch die Eindämmungsverordnung sogar die Tierparks, und damit auch der in Liebenthal, geschlossen bleiben mussten. Zu tun war dennoch genug, denn die Tiere mussten versorgt und die Mitarbeiter bezahlt werden, selbst wenn über die Eintrittspreise keine Einnahmen zu generieren waren. Da kamen die Geld- und Futterspenden gut an. Dennoch musste auf die Rücklagen zurückgegriffen werden. Doch Lydia Rick ist niemand, der schnell und ohne Kampf aufgibt. Es hat sich gelohnt, wie sie nach einem halben Jahr nun eine erste positive Bilanz ziehen kann. „Unsere Besucherzahlen sind seit der Wiedereröffnung gut. Die Gäste, vor allem die Familien, nehmen die Neuausrichtung des Parks gern an“, sagt sie.

Ein Erlebnispark mit Tieren und Spielgeräten

War der Liebenthaler Haustierpark früher eher als landwirtschaftlicher Betrieb zu verstehen, auf dem sich die Besucher Tiere ansehen konnten, richtet Lydia Rick den Fokus auf den Erholungswert, den ein solcher Freizeitpark bieten kann. „Die Kinder sollen hier ihren Spaß haben und sich Tiere ansehen können. Aber sie finden hier ebenso einen Spielbereich, wenn die Neugier auf die Tiere nachgelassen hat“, beschreibt sie ihre Überlegungen. Ebenso seien die Eltern und Großeltern zufrieden, wenn sie sich gemütlich einen Kaffee gönnen, während sie den Kindern beim Spielen zusehen können. Nicht zu vergessen das Eisangebot, das sowohl bei den kleinen als auch bei den großen Gästen super ankommt.

Hygienekonzept bereitet keine Probleme

Dass zur Wiedereröffnung ein Hygienekonzept erarbeitet werden musste, ist für Lydia Rick kein Problem. „Die Toiletten regelmäßig kontrollieren und die Klinken abwischen, das haben wir auch vorher schon gemacht. Desinfektionsmittel bereitstellen, das ist doch nun wirklich keine Schwierigkeit“, stellt sie klar. In diesen Corona-Zeiten sei die Weitläufigkeit des Geländes ein Gewinn. „Da können sich die Leute aus dem Weg gehen und dennoch den Spaziergang in der Natur genießen.“ Zudem hat sie feststellen können, dass die meisten Besucher selbst sehr aufmerksam seien. „Wir haben hier nur einen richtigen Knotenpunkt, wo es eng werden kann. Das ist die Eistheke. Aber auch da habe ich noch nie sagen müssen: Bitte achten sie auf den Abstand! Das machen die Leute von ganz allein.“

Jungtiere gehen an andere Zoos und Gärten

Derzeit gibt es im Liebenthaler Haustierpark rund 300 Tiere, deutlich weniger als früher. Ebenfalls eine bewusste Entscheidung, wie Lydia Rick erklärt. „Uns ist wichtig, den Bestand so zu belassen. Das ist eine überschaubare Größe, vor allem was die Zahl der Geburten angeht. Sofern der Nachwuchs nicht im Bestand verbleibt, versuchen wir ihn an Privathaushalte oder andere kleine Parks zu vermitteln. Schließlich züchten wir nicht für den Schlachthof“, so ihr klares Statement.

Erhöhung der Artenvielfalt

Dafür sollen in der Perspektive auf dem Gelände mehr Tierarten gezeigt werden. Denn die Besucher mögen Abwechslung und lieben viele Informationen. Die sollen ihnen nach dem neuen Konzept geboten werden.
In Vorbereitung auf den Winter sind im Liebenthaler Haustierpark die Bunker und Scheunen inzwischen gut gefüllt. Für das Federvieh und die Schweine kommen tonnenweise Weizen, Roggen, Hafer und Mais, die vom Falkenthaler Rinderhof direkt geliefert werden. Die Kooperation mit der Liebenthaler Pferdeherde beschert dem Hof rund 80 Ballen Heu, die als Futter für Kuh, Schaf, Esel und das Damwild dienen. „Wir wollen im Winter genügend Vorräte für die Tiere haben, damit uns weder Eis und Schnee noch Corona was anhaben können“, so Lydia Rick.

Künftig öffnet der Park auch im Winter

Und wenn die Mitarbeiter sowieso vor Ort sind, um die Tiere zu füttern und zu pflegen, sollen auch die Besucher kommen dürfen. „Wir werden sowohl Sonnabend als auch Sonntag öffnen. Es ist doch Quatsch, dass die Leute im Winter nicht kommen. Auch da möchte jeder seine vier Wände verlassen, vor allem wenn das Wetter mitspielt. Außerdem brauchen wir die Einnahmen, um die Ausfälle vom Frühjahr zu kompensieren. Den Eingangsbereich will Lydia Rick in der Adventszeit zudem mit Buden und Weihnachtsschmuck gestalten.

Alternatives Weihnachtsmarktgefühl

„Wenn die Weihnachtsmärkte schon nicht stattfinden können, dann sollen die Besucher wenigstens hier einen Hauch von Weihnachten spüren können. Der Platz ist da, da können wir sogar dem Weihnachtsmann mit seinem Schlitten einen separaten Parkplatz anbieten“, hofft Lydia Rick auf viele Besucher, die dennoch auf Abstand gehen können.

Informationen zum Tierpark


- Das Gelände befindet sich in Liebenthal an der Straße zum Wildpferdgehege 1a. Ein Parkplatz ist direkt am Eingang vorhanden.

- Geöffnet ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

- Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5, ermäßigt 4 und für Kinder 3 Euro. Die Jahreskarte ist für 45 Euro zu haben.

- Hunde dürfen angeleint mit in den Park.

- Das Gelände ist zirka 13 Hektar groß. Sechs Mitarbeiter kümmern sich um rund 300 Tiere, darunter Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen, Damwild, Waschbären, Hühner und Enten. Direkt am Eingang befinden sich ein Spielplatz und ein Gartenbereich.

- Für das leibliche Wohl ist gesorgt.