Vor zwei Wochen wurden zwei Klassen der Oranienburger Waldschüler wegen vereinzelter Corona-Infektionen unter Quarantäne gestellt. Eltern, die zu Hause ihre Kinder betreuen mussten, konnten nicht zur Arbeit gehen. Einige fühlten sich vom Gesundheitsamt nicht ausreichend informiert. Weil damit zu rechnen ist, dass in den kommenden Wochen und Montagen noch weitere Grundschüler unter Quarantäne gestellt werden, haben wir bei der Kreisverwaltung nachgefragt, wie die Informationen in solchen Fällen fließen.
In welcher Form werden die Eltern betroffener Kinder über die Quarantäne und die damit verbundenen Regeln informiert?
Schon seit Beginn der Pandemie im März gibt es ein festgelegtes Prozedere im Fall der Kontaktaufnahme mit Personen, für die aufgrund der geltenden RKI-Richtlinien eine Quarantäne anzuordnen ist. Im Sinne einer möglichst schnellen Kontaktaufnahme mit betroffenen Personen erfolgt der erste Kontakt stets telefonisch. Nach der Erfassung aller notwendigen Daten werden schriftliche Absonderungsbescheide erstellt und vom Amtsarzt unterschrieben. Den Betroffenen werden die Bescheide dann datensicher, das heißt in der Regel postalisch, übermittelt. Dies war auch im Fall der Waldschule so.
Wie lange dauert das in der Regel? Eltern der Waldschule sagen, dass sie nach zehn Tagen noch keine Post hatten.
Im Fall der Waldschule wurden die Bescheide konkret am fünften Arbeitstag nach der Erstmeldung unterschrieben und versandt. Die Kreisverwaltung bittet für die Verzögerung um Verständnis. Aufgrund der aktuell sehr hohen Auslastung im Fachbereich Gesundheit kann es vereinzelt zu längeren Bearbeitungszeiten kommen. Hintergrund ist ein sehr starkes Aufkommen an Verdachtsfällen und die damit verbundene Kontaktpersonenermittlung. Ein einzelner Infektionsfall bringt daher nicht selten an die 80 Kontaktpersonen mit sich. Zum Beginn der Pandemie waren es in der Regel kaum mehr als zehn. Heute gibt es aber weniger Kontaktbeschränkungen. Bisheriger „Spitzenreiter“ ist eine Hochzeit mit 350 Teilnehmenden und etwa doppelt so vielen Kontaktpersonen, die glücklicherweise nur zum Teil in Oberhavel leben.
Was passiert dann?
Jede einzelne Person muss dabei telefonisch informiert werden und nach dem konkreten Kontakt mit dem oder Infizierten befragt werden. Nur so kann entschieden werden, ob eine häusliche Quarantäne angeordnet werden muss. Erste Priorität ist weiterhin, die Verbreitung des Virus zu verhindern. Dies kann nur gelingen, wenn Infektionsketten schnellstmöglich unterbrochen werden. Dafür ist eine zügige Ermittlung von Kontaktpersonen und im Kontaktfall die entsprechende – zunächst mündliche – Quarantäneanordnung unabdingbar. Die schriftliche Information ist zwingend erforderlich, kann aber aus den genannten Gründen und wenn es das aktuelle Infektionsgeschehen erfordert, zeitweise verzögert erfolgen.
Wie erfahren die Eltern, wann die Quarantäne genau endet?
Alle Personen, die infiziert beziehungsweise in Quarantäne sind, erhalten zunächst einen Anruf vom Gesundheitsamt. Dabei wird ihnen erklärt, dass sie ab sofort unter Quarantäne stehen und wie sie sich verhalten sollten. Zugleich wird die voraussichtliche Dauer der Quarantäne genannt. Diese gilt für Kontaktpersonen, sofern während der Quarantänezeit keine Symptome auftreten und kein Positivtest erfolgt. Die Personen werden im Rahmen des sogenannten Monitorings täglich von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes angerufen und nach Symptomen befragt. Infizierte erhalten nach einem bestimmten Schema – das sind wenigstens zehn Tage bei mindesten zwei Tagen Symptomfreiheit – die Entlassung aus der Quarantäne. Diese erfolgt zunächst mündlich, dann schriftlich.
In welcher Form werden die Eltern über die Testergebnisse ihrer Kinder informiert?
Dem Gesundheitsamt werden ausschließlich Positivbefunde übermittelt. Diese Befunde werden Betroffenen umgehend durch das Gesundheitsamt mitgeteilt. Die Information über Negativbefunde liegt nicht in den Händen des Gesundheitsamtes. Verantwortlich für die Übermittlung des Negativ-Testergebnisses sind die Teststellen, die zugleich Auftraggeber der Laborscheine sind. Sie informieren Getestete auch über das Negativergebnis. In der Regel erfolgt dies per E-Mail.
Weitere Informationen erfolgen über die Informationsmaterialien, die Personen in Quarantäne mit dem Absonderungsbescheid erhalten. Für Nachfragen stehen die Mitarbeiten des Gesundheitsamtes unter 033016013900 oder per E-Mail unter: ges.corona@oberhavel.de zur Verfügung.