Menschen, die in Oberhavel ihren Job verlieren, müssen auch weiterhin nicht persönlich bei der Arbeitsagentur vorstellig werden, um sich arbeitslos zu melden. Mit Blick auf die aktuelle Corona-Entwicklung haben die Arbeitsvermittler die Möglichkeit, die Identität per Video und Selfie nachzuweisen, bis zum Jahresende verlängert. „Wir wollen damit unseren Beitrag zum Infektionsschutz leisten“, sagte Neuruppins Arbeitsagentur-Sprecherin Diana Buschmann dieser Zeitung. Ursprünglich war die Online-Variante der Arbeitslosmeldung bis Ende September befristet.

Agentur schickt Brief mit QR-Code

Das Selfie-Identverfahren hatte die Arbeitsagentur im Juli dieses Jahres eingeführt, um persönliche Kontakte zwischen Kunden und Mitarbeitern auf ein Minimum zu reduzieren. Wer seinen Job verliert, kann sich seither telefonisch oder online arbeitslos melden. Anschließend bekommen die Betroffenen einen Brief mit einem QR-Code. Wer diesen mit seinem Smartphone einscannt, landet auf der Internetseite für die Online-Identifizierung. Dort können dann die Kunden dann ein Selfie mit ihrem Gesicht hochladen. Außerdem muss der Personalausweis von beiden Seiten aufgenommen werden – und zwar als Video. „Durch das Videoformat wird ausgeschlossen, dass gefälschte Dokumente verwendet werden“, erklärte Diana Buschmann. Bedingung sei aber, dass der Ausweis oder Pass über ein holografisches Merkmal verfüge. Anderenfalls erscheine eine Fehlermeldung.

Selfie-Verfahren ist freiwillig

Die Agentursprecherin verwies aber darauf, dass das Angebot freiwillig sei. Niemand sei verpflichtet, die Identitätsprüfung online zu erledigen. Es sei weiterhin möglich, die Dinge persönlich in der Arbeitsagentur zu regeln. Die bisherige Resonanz der Kunden sei aber positiv. Ob das Angebot im neuen Jahr möglicherweise fortgesetzt wird, lässt die Arbeitsagentur noch offen, verweist aber auf Vorteile, die nichts mit Corona zu tun haben: „keine Anfahrtswege, keine Parkplatzsuche und auch keine Wartezeiten“.
Mehr Infos zum Selfie-Identverfahren gibt es hier und hier.
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