Mit den Worten „wir sehen uns in der Rückrunde wieder“, verabschiedete sich am Sonnabend Matthias Klatt, Co-Trainer des SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen, von der Sportanlage des SV Altlüdersdorf. Was nach einer 1:2-Niederlage in der Fußball-Brandenburgliga erst einmal völlig normal klingt, wird jedoch durch den Nachtrag des Übungsleiters, „vielleicht“, interessant. Denn dieser verdeutlicht, auf welchen wackligen Beinen der Spielbetrieb steht. Ob die Saison 2020/2021 bis zum Ende gespielt werden kann, scheint derzeit offen zu sein
Wolfgang Kettner (kleines Foto) hofft sehr, dass es bis zum letzten Spieltag gehen wird. „Es ist einfach wichtig, bei aller Vorsicht, die angesagt ist, dass das Leben fortgeführt werden kann. Und der Fußball gehört einfach dazu“, sagt der 2. Vorsitzende des Oranienburger FC Eintracht. Er selbst hat jedoch mit seinem Verein erst vor wenigen Tagen erfahren müssen, was es heißt, wegen eines positiven Corona-Tests, zumindest den vorübergehenden, teaminternen Lockdown vollziehen zu müssen.

Absolut symptomfrei

Hatte die Brandenburgliga-Mannschaft des OFC im Achtelfinale des Landespokals gegen den Regionalligisten SV Babelsberg 03 (1:4) am 10. Oktober noch auf dem Platz gestanden, herrschte nur wenig später Stillstand. Nachdem sich ein Spieler Anfang der vergangenen Woche einem Test unterziehen musste, reagierte die Eintracht sofort und verhinderte einen weiteren Kontakt des Fußballers zum Rest des Teams. Auch das Training sei wenig später ausgesetzt worden. Wolfgang Kettner spricht von den „einzig richtigen Maßnahmen“, zumal am zurückliegenden Freitag die Nachricht vom positiven Testergebnis den Club erreichte. „Unser Spieler zeigt bisher keinerlei Symptome. Auch bei allen anderen ist das so. Deshalb gehen wir davon aus, dass sich niemand weiter infiziert hat“, sagt der 2. Vorsitzende der Eintracht. „Ich hoffe, dass das ein Zufallstreffer war, und sehe das deshalb noch relativ entspannt.“ Der Pokal-Kontrahent aus Babelsberg hatte laut Kettner nicht kontaktiert werden müssen, da es sich bei den Oranienburger Gegenspielern um keine Kontaktpersonen ersten Grades gehandelt habe.

Weitere Maßnahmen

Dennoch haben die Oranienburger weitere Konsequenzen gezogen und die Regeln bei der Umsetzung des eigenen Hygienekonzeptes noch einmal verschärft. So ist das Betreten des Kabinentraktes an der André-Pican-Straße nur noch mit einem Mund-Nasen-Schutz möglich. Fremde hätten keinen Zutritt, sagt Kettner, der auch auf eine Trainersitzung an diesem Donnerstag verweist. Auf dieser solle noch einmal in aller Deutlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, worauf es ankomme. „Wir müssen einfach lernen, mit dem Virus zu leben. Auch ich zähle mich mit 66 Jahren zur Risikogruppe. Wir dürfen uns eben nur noch maximal mit den Ellenbogen begrüßen und müssen alles andere einfach sein lassen. Die Jugendmannschaften auf dem Kleinfeld werden auch nach den Ferien weiterhin bereits umgezogen zum Training erscheinen.“

Platz ausnutzen

Dass dies bei den älteren Jahrgängen im Nachwuchsbereich und bei den Erwachsenen nicht funktioniert, dessen sind sich alle Beteiligten des OFC bewusst. Als großes Plus wertet Wolfgang Kettner deshalb das großzügige Platzangebot im Vereinsgebäude. So werde auch die angrenzende kleine Sporthalle für Ansprachen genutzt, um die Abstandsregel einhalten zu können. „Am Sonnabend hat unsere zweite Mannschaft in der Landesklasse Nord Gartz empfangen. Den Gästen haben wir beispielsweise vier Kabinen zur Verfügung gestellt. Mehr können wir, glaube ich, nicht tun“, sagt Kettner. Dies gelte auch für das strikte Ausfüllen von Anwesenheitslisten. „Für uns ist es immer nachvollziehbar, wer sich wann und wo aufgehalten hat.“
Nachdem die Brandenburgligapartie gegen Preussen Eberswalde am vergangenen Wochenende abgesagt worden war, steht der OFC Eintracht nun vor einem spielfreien Sonnabend. Diese eine ausgefallene Begegnung nachzuholen, dürfte deshalb kein Problem sein. „Zumal es noch einige Termine gibt, weil wir nicht mehr im Pokal dabei sind“, sagt Wolfgang Kettner. In aller Häufigkeit dürfe es jedoch keine Absagen geben, weshalb er wiederholt an die Vernunft aller appelliert. „Bei unseren Spielern hat durch die Corona-Nachricht aus der vergangenen Woche noch einmal ein Umdenken stattgefunden. Sie sind weiter sensibilisiert worden.“ Dennoch: „Wir haben jetzt das Wetter, bei dem es auch jeden immer wieder einmal mit einer normalen Grippe erwischen kann. Das muss erst einmal differenziert werden“, so der 2. Vorsitzende der Eintracht.

Fehler in der Testreihe führt zu Spielabsage


Grün-Weiß Brieselang hatte seine Partie bei Concordia Buckow/Waldsieversdorf am zurückliegenden Spieltag absagen müssen. Als die Entscheidung darüber fiel, befanden sich Spieler und Trainer des Landesligisten in Quarantäne. Letztlich sei es alles etwas unglücklich gelaufen, sagt Coach Christian Eichelmann (Foto/ehemals SCO Velten). Warum das so war, erklärt der Übungsleiter mit unglücklichen Umständen. „Ein Spieler von uns hat in der Woche vor dem Spiel leichte Symptome gezeigt und am vergangenen Freitag ein positives Testergebnis bekommen. Am Sonnabend, gegen Mittag, gab es dann aber die Information, dass das Ergebnis doch negativ ist und wohl eine Testreihe fehlerhaft war.“ Die vom Gesundheitsamt am Freitag angeordnete Quarantäne sei daraufhin sofort aufgehoben worden. Kurzfristig doch noch bei Concordia aufzulaufen, „war uns aber nicht mehr möglich“, sagt Christian Eichelmann, der nach dem Hin und Her jedoch „niemandem einen Vorwurf machen“ will. „Wir sind jetzt erst einmal froh, dass für uns nur das Spiel am vergangenen Wochenende ausgefallen ist und alle von uns gesund sind.“

Die Brieselanger haben damit jedoch kennengelernt, wie es sein kann, wenn der Fußball coronabedingt in den Hintergrund rückt. „Wir hatten einen riesigen Aufwand“, sagt Trainer Christian Eichelmann. So hätten unter anderem für das Gesundheitsamt Havelland detaillierte Kontaktlisten erstellt werden müssen. Was die Zukunft der Saison 2020/2021 angeht, gibt sich Brieselangs Coach positiv. Eichelmann glaubt daran, dass „auch mit dem einen oder anderen Spielausfall die Saison durchgezogen werden kann. Dadurch, dass es diesmal keine Hallenturniere gibt, kann jeder auch die Rückrundenvorbereitung anders gestalten. Schwierig könnte es allerdings werden, wenn immer dasselbe Team betroffen sein sollte. Dann können die Spiele irgendwann nicht mehr nachgeholt werden.“

Noch ist man auch beim Fußball-Brandenburgligisten Union Klosterfelde guter Dinge, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. „Ich gucke von Woche zu Woche, aber große Sorge habe ich jetzt nicht unbedingt“, sagt Trainer Norman Jechow. „Es gibt genug schlaue Leute in den entscheidenden Positionen, die etwas in die richtigen Bahnen steuern. Viel gegensteuern kann man da ja nicht. Aber wir halten uns vereinsintern an die Vorschriften. Mehr können wir als Beitrag nicht leisten.“