Bei mehr als 1.000 Menschen wurde in Oberhavel seit Ausbruch der Corona-Pandemie eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Elf müssen derzeit stationär betreut werden. Auf Hochtouren lief das Gesundheitsamt in den vergangenen acht Monaten. Landrat Ludger Weskamp (SPD) bedankte sich als Anerkennung für die geleistete Arbeit mit Präsentkörben und lobenden Worten.
Er versprach zudem eine finanzielle Wertschätzung. Der Bund hat eine Corona-Prämie beschlossen für die „durch die Corona-Pandemie besonders belasteten Mitarbeitenden“. Die Kreisverwaltung werde diese mit dem Novembergehalt auszahlen, so der Landrat.
Im Beisein von Amtsarzt Christian Schulze nutzte Weskamp die Chance, sich persönlich und im Namen aller Oberhaveler bei den Mitarbeitenden zu bedanken, die seit März nicht nur einen „guten Job“ machen, sondern „Großes für die Gesundheit aller Menschen in Oberhavel geleistet“ haben. „Dieser Dank richtet sich zugleich an Ihre Familien, die Mehrarbeit und Wochenenddienste mittragen mussten und müssen.“
Er zählte die Leistungen auf: Besetzung der Telefon-Hotline, Kontaktaufnahme mit erkrankten Personen, Ermittlung der Kontakte, Erstellung von Bescheiden, Beantwortung von Rechtsfragen. „Dabei arbeiten sie nicht selten an der Belastungsgrenze und teils darüber hinaus.“

Gesundheitsamt sukzessive aufgestockt

In den vergangenen Monaten wurde das Gesundheitsamt sukzessive aufgestockt. Personal aus anderen Abteilungen verstärkte das Team, Angehörige der Bundeswehr wurden hinzugerufen. Der Landkreis meldete mehrmals weiteren Bedarf beim Land an.
Kreissprecherin Ivonne Pelz sprach auf Nachfrage zwar nie von einer Überlastung, die dem Robert-Koch-Institut (RKI) angezeigt werden könnte – demnach sei fast jedes zehnte Gesundheitsamt überlastet –, aber dafür stets von einer Belastung, die es zu meistern gilt. Aktuell sind in der Kreisverwaltung knapp 60 Menschen mit der Corona-Pandemie beschäftigt.

Unterstützung vom RKI und aus dem Bundeskanzleramt

Hinzu kommen laut Pressestelle 19 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Ebenfalls behilflich ist ein sogenannter Containment-Scout. Im Auftrag vom RKI hat das Bundesverwaltungsamt im März diese Scouts – mittlerweile mehr als 500 bundesweit – eingestellt, um die Gesundheitsämter zu unterstützen. Sie sollen helfen, die Kontakte schneller und mit mehr Effizienz zu verfolgen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Zusätzlich arbeitet im Landkreis derzeit ein Mitarbeiter, der aus dem Bundeskanzleramt abgeordnet wurde.
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