Zur Demo, die vom Oranienburger Bahnhof zunächst zum Schloss und von dort nach einer Kundgebung zur Kaufland-Filiale im Oranienpark führte, hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di aufgerufen. Hintergrund des Warnstreiks sind die andauernden Tarifauseinandersetzungen zwischen Ver.di und dem Handelsverband Berlin-Brandenburg (HVBB). In bislang zwei Tarifrunden sind sich Gewerkschaft und Arbeitgeber bislang nicht einig geworden.
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Ver.di fordert für die Brandenburger Mitarbeiter unter anderem die Erhöhung der Löhne und Gehälter um einen Euro pro Stunde. Das würde nach Auskunft von Ver.di-Verhandlungsführerin Erika Ritter einem Zuwachs von sechs Prozent auf knapp 16 Euro entsprechen. Für die Azubis werden 100 Euro mehr pro Monat gefordert.
Bislang hätten die Arbeitgeber aber nur eine Lohnerhöhung von 1,5  und 1,0 Prozent für die kommenden zwei Jahre angeboten, sagte Erika Ritter in Oranienburg. "Das ist Reallohnsenkung, das machen wir nicht mit." Noch gar kein Angebot hätte der Handelsverband zum Urlaubs- und Weihnachtsgeld vorgelegt. Gewerkschafterin Ritter kritisierte, dass es für Brandenburger Kollegen immer noch 420 Euro weniger an Zuschlägen gibt, als für die Berliner "Die Ungleichbehandlung ist durch nichts gerechtfertigt. Die Angleichung muss kommen."
Da nur ein Viertel der Brandenburger Einzelhändler überhaupt Tarif zahlt, wurde in Oranienburg auch gefordert, die Abschlüsse allgemeinverbindlich für die ganze Branche erklären zu lassen. Das lehnt der Handelsverband bislang aber ab. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Donnerstag statt.
Am Warnstreik beteiligten sich neben Kaufland-Mitarbeitern auch Kollegen von Rewe und Penny sowie Unterstützer aus Berlin. Die betroffenen Filialen blieben trotzdem geöffnet.