Ella, Anna, Torben, Mia, Maya, Arthur, Gunda, Caroline, Itai und Daniel macht die Gartenarbeit sichtlich Spaß. Sie verständigen sich auf Englisch miteinander - so gut es eben geht, manchmal wird von den Betreuern auch aus dem Deutschen oder dem Ivrit übersetzt. Denn die 12- und 13-jährigen Mädchen und Jungen kommen zum Teil aus Hohen Neuendorf und Berlin und zum Teil aus Tel Aviv. Die Israelis sind für zwei Wochen auf Gegenbesuch in denjenigen Gastfamilien, deren Kinder zuvor bei ihnen in Israel verbracht hatten.
Der Jugendaustausch findet unter dem Dach der Organisation CISV (Children's International Summer Villages) statt. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, schon Kindern internationale Kontakte zu vermitteln. Die Hohen Neuendorferin Astrid Klesse ist Mitglied im Verein. Ihre Tochter Gunda kam nach dem ersten Teil des Austausches begeistert aus Israel zurück, und jetzt beherbergt die Gastmutter selbst eines der Mädchen aus Tel Aviv. Da der internationale Austausch in diesem Jahr unter dem Thema "Conflict and Resolution" (Konflikt und Lösung) steht, schien Astrid Klesse der Naturschutzturm auf dem ehemaligen Grenzstreifen ein passender Ort zu sein. Dort wurde am Donnerstag nach getaner Gartenarbeit noch gemeinsam gegrillt. Die Kinder unternehmen auch Ausflüge in Berlin und Potsdam und verbringen einige Tage zusammen in einem Camp.
Die "Faltertankstelle" ist ein Projekt, das im Rahmen des Konzepts "Bildungsforum Natur-Geschichte-Kultur" umgesetzt wird. Ausgedacht hat es sich die Erzieherin Nora Finke aus der Bergfelder Kita des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks, die auch Mitglied in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ist. Mit Kindern hat sie bereits Ende Juli das Feld für die "Falter-Tankstelle" bereitet.
Projekte wie das Bildungsforum am Naturschutzturm werden unter anderem mit Spenden der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) und der Firma Mercedes Benz möglich, ist der SDW-Oberhavel-Vorsitzende Dirk Hartung froh, auf offene Ohren zu stoßen.