Mehr als 400 Menschen haben am Mittwochabend die erste digitale Bürgerinformationsveranstaltung zum Ausbau der Autobahn 10 bei Birkenwerder verfolgt. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Steffen Schütz, Sprecher der Havellandautobahn, unmittelbar nach dem Ende der „digitalen Sprechstunde“.

Digital statt vor Ort

Eigentlich wollte das Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde Birkenwerder schon im April im Rathaus die Einwohner über die umfangreichen Bauarbeiten informieren. Doch wegen der Corona-Einschränkungen musste die Veranstaltung abgesagt werden. Die wurde jetzt digital nachgeholt. Gut 6.000 Euro wurden investiert, um einen technisch professionellen Auftritt hinzulegen. Das ist gelungen.
Geschäftsführer Dr. Thomas Stütze informierte zum Auftakt mit einer Präsentation, die auf der Internetseite der Firma in einem Mitschnitt  zu sehen ist, über den Stand der Dinge und über bevorstehende Maßnahmen. Er bat um Verständnis für die Einschränkungen, die eine Mammut-Baustelle unter laufendem Verkehr mit sich bringe. Allein in diesem Jahr sind noch acht Vollsperrungen vorgesehen, die die Verkehrsteilnehmer sowie Anwohner der Umleitungsstrecken und Schleichwege auf eine Geduldsprobe stellen werden. Verkehrsteilnehmer werden dringend gebeten, den Umleitungsschildern zu folgen und die Hinweise des Navis zu ignorieren. Das hatte bei vergangenen Vollsperrungen fatale Folgen.In der anschließenden Fragestunde spielte neben den zahlreichen Sperrungen auch der Lärmschutz eine große Rolle.

Fragen zum Lärmschutz an der A10

Eine, aber nicht alle Anlieger der Autobahn, haben Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen am Haus. Die betroffenen Grundstückseigentümer werden von der Projektmanagementgesellschaft „Deges“ (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) kontaktiert. Wer keine Nachricht bekommen habe, aber meint, Anspruch zu haben, könne sich an das Unternehmen wenden, sagte Deges-Projektleiter Sven Tesanovic auf eine entsprechende Nachfrage.
In der Ortslage werden auch neue Lärmschutzwände gebaut. Auf der Nordseite ist die 3,2 Kilometer lange Wand drei bis sieben Meter, auf der Südseite (3,7 Kilometer) sogar bis zu 9,50 Meter hoch. Auf Höhe des Sportplatzes soll ein acht Meter hoher Erdwall den Lärm abschotten. Zudem wird auf drei Kilometern sogenannter Flüsterasphalt aufgetragen.

„Volle Pulle“ nach dem A10-Ausbau

„Wir liegen voll im Zeitplan“, sagte der Geschäftsführer. Ende August waren bereits 65 Prozent der Bauleistungen fertig. Die Baustelle Birkenwerder soll Ende 2022 abgeschlossen sein. Damit ist dann der sechsspurige Ausbau des nördlichen Berliner Rings abgeschlossen. Dr. Stütze geht davon aus, dass dann auch das Tempolimit grundsätzlich aufgehoben wird. „Uns ist nichts anderes bekannt“, sagte er auf eine entsprechende Frage eines Zuschauers.