Hohen Neuendorfs Stadtsprecherin Ariane Fäscher will für die SPD in den Bundestag einziehen. Der Ortsverband Hohen Neuendorf nominierte sie auf der Mitgliederversammlung für das Rennen ums Direktmandat für den Wahlkreis 58 (Oberhavel/Havelland II).
„Ich freue mich, dass wir Ariane Fäscher, die sich stark, diskussionsfreudig und erfrischend präsentiert hat, zurecht einstimmig nominiert haben“, richtete die Ortsvereinsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Inka Gossmann-Reetz in einer Mitteilung aus. Sie sei stolz auf eine „hoch motivierte Kandidatin“.

Rückendwind auf dem Ortsverband

Ariane Fäscher (52) ist seit mehr als zehn Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing der Stadt Hohen Neuendorf zuständig. Zudem hat sie den Verein Nordbahngemeinden mit Courage mitgegründet. Sie selbst sagt zu ihrer Nominierung: „Ich freue mich über den starken Rückenwind meines Ortsvereins für den nächsten Schritt. Wir wollen gemeinsam anstehende Zukunftsthemen mit frischen Ideen gestalten – sei es Mobilität, bezahlbares Wohnen, Arbeit, Klima oder verlässliches Einkommen – hier und im Bund.“ So der offizielle Wortlaut.
Im Gespräch mit dieser Zeitung sagt die Mutter zweier erwachsener Töchter, dass sie der Wunsch danach, die Welt zu verändern, schon das ganze Leben über begleite. „Ich habe mich schon damit abgefunden, dass die Welt nicht von mir gerettet werden möchte.“ Nun ergab sich aber eine Chance, „die Möglichkeit, für Menschen substanziell etwas ändern zu können“.

SPD wieder als Zukunftspartei nach vorne bringen

Es gehe ihr um eine gerechte, ausgewogene Welt. Auch in einer sich dramatisch verändernden Zukunft. „Die SPD war immer die Zukunftspartei. Ich stehe dafür, dass wir das wieder stärker nach vorne bringen“, so Ariane Fäscher, die sich seit 2002 kommunalpolitisch engagiert. „Ein Mandat war durch meine Funktion bei der Verwaltung nicht möglich.“ Ambitionen hatte sie jedoch. „Aber ich hätte meine Führungsrolle bei der Stadt aufgeben müssen.“ Hinter den Parteikulissen hätte sie aber Themen angeschoben. Jetzt klopfte das Leben an: „Und ich stelle mich dem. Ich bin von einem unbändigen Gestaltungswillen geprägt.“
Mit Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) seien die Schritte bisher abgesprochen. „Es erwischt ihn nicht kalt.“ Sie hält beide Funktionen für vereinbar. „Die parteipolitischen Ambitionen Richtung Bund und das professionelle Bewegen der aktuellen Stadtthemen haben ursächlich nichts miteinander zu tun.“
Noch ist nicht sicher, ob Ariane Fäscher in den Wahlkampf ziehen wird. Die SPD wählt auf ihrer Delegiertenkonferenz am 14. November in Oranienburg die Kandidatin oder den Kandidaten für den hiesigen Wahlkreis.

Seit 2013 ist der Wahlkreis in CDU-Hand

Ariane Fäscher ist dabei nicht die erste Nominierte. Die SPD Birkenwerder verkündete schon im Februar, dass sie ihren Vorsitzenden Steffen Hirschmann ins Rennen schickt. Aus dem Havelland gibt es bisher zwei Bewerber: Steven Werner und Ria Cybill Geyer.
Ab 1998 saß Angelika Krüger-Leißner von der SPD für Oberhavel im Bundestag. 2013 verpasste sie den Wiedereinzug. In dem Jahr setzte sich Uwe Feiler (CDU) durch. Die CDU wählte den Parlamentarischen Staatssekretär auch in diesem Jahr als Direktkandidaten. Bei der letzten Wahl setzte er sich unter anderem gegen den SPD-Bewerber Benjamin Grimm durch, der heute Staatssekretär in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Woidke ist.

Andrea Suhr lobt Wahlkampf von Benjamin Grimm

„Benjamin hat einen klasse Wahlkampf gemacht, war sehr aktiv“, sagt die Unterbezirksvorsitzende Andrea Suhr. Sie schiebt ein Aber nach: „Wir können vor Ort machen, was wir wollen, wenn die Werte der Bundes-SPD nicht stimmen, haben wir keine Chance auf das Direktmandat.“ Sie hofft deshalb auf ansteigende Werte für die Sozialdemokraten auf Bundesebene. „Das ist unser Grundstock für eine erfolgreiche Wahl. Über die Liste wird keiner unserer Kandidaten einziehen können, wir brauchen das Direktmandat“, so Andrea Suhr.