"Die Feuerwehrleute hatten mit dem Löschen des Brandes schon begonnen, als Hubert plötzlich Kammerflimmern bekam und zusammenbrach", erinnert sich Svenja Körfer. Die Feuerwehrleute erkennen den Ernst der Lage und schaffen es, den 56-Jährigen zu reanimieren. Auch ein Notarzt eilt herbei und leistet Erste Hilfe. Doch Hubert Körfers Leben wird an diesem Tag, der mit einem gemütlichen Grillabend auf der Datsche in Bernöwe eigentlich schon ein entspanntes Ende genommen hatte, noch eine Weile am seidenden Faden hängen.
Auf dem Weg ins Hennigsdorfer Krankenhaus muss der Rettungswagen noch drei Mal halten, weil Hubert Körfers Herz versagt. Immer wieder schaffen es die Ärzte, den Busfahrer zurück ins Leben zu holen - am Ende mit Erfolg.
Doch das Leben, das sich das Ehepaar vorgestellt hatte, wird es nun nicht mehr geben - vorerst jedenfalls. Hubert Körfer hatte viele Jahre für die Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) am Steuer gesessen, seine Ehefrau arbeitete ebenfalls als Busfahrerin für einen Subunternehmer der kreiseigenen Fuhrgesellschaft. Beide hatten erst vor Kurzem gekündigt, um einen Lebenstraum wahr werden zu lassen. "Wir wollten beide gemeinsam als Reisebusfahrer Europa erkunden." Ein Unternehmen hatte beide schon angestellt. Bald sollte es losgehen, die Leegebrucher sollten sogar gemeinsam auf Reisen gehen dürfen und sich die Schichten auf den Touren teilen.
Doch als Svenja Körfer am Tag nach dem Drama von Bernöwe den künftigen Arbeitgeber über den vorübergehenden Ausfall ihres Mannes informiert, gibt es nicht etwa Verständnis, sondern die Kündigung noch vor dem ersten Arbeitstag.
Schlimmer kann es für die Körfers kaum kommen. Erst fliegt ihnen das Auto um die Ohren, dann muss der Ehemann um sein Leben fürchten und schließlich der soziale Abstieg. Doch die beiden haben Glück. Die OVG gibt beiden wieder Arbeit. "Das Unternehmen zeigt soziales Gewissen. Ich kann wieder Bus fahren, damit wir über die Runden kommen", freut sich Svenja Körfer über das Entgegenkommen der OVG. Und auch Hubert Körfer will bald wieder hinters Steuer. Wann, weiß er nicht genau. "Im Juni wird das eher nix. Erstmal geht es zur Reha."
Der 56-Jährige muss sich an das Leben mit dem Herzschrittmacher erst noch gewöhnen. Auch wenn der Schock noch tief sitzt und beim Erinnern an den dramatischen Tag Tränen fließen, sind die Körfers doch glücklich darüber, dass sie sich noch haben. "Das haben wir vor allem den Einsatzkräften vor Ort zu verdanken, die schnell und richtig gehandelt haben", sagt Körfer. Gern hätte er sich bei den Feuerwehrleuten und dem Notarzt persönlich bedankt. "Doch leider weiß ich nicht, wer mir da eigentlich geholfen hat." Hubert Körfer kann sich zwar noch an die Havarie in seinem Auto erinnern, an das eigentliche Drama danach nicht mehr.