Viele Feuerwehrleute und Stadtbrandmeister Norbert Nickel haben das Thema in der Ausschusssitzung mit Spannung verfolgt. Neben der Drehleiter, die jedes Jahr wieder auf dem Wunschzettel steht, will die Feuerwehr erreichen, dass ein Gerätewagen angeschafft wird. Dieser wird mit 150 000 Euro für das Jahr 2016 veranschlagt. Im kommenden Haushalt stehe er nicht, erklärte dazu Bürgerservice-Fachbereichsleiterin Dr. Sylvia Sommerfeld zunächst. Die Hohen Neuendorfer Feuerwehr befinde sich in punkto Ausstattung über dem empfohlenen Mindeststandard. Solange alle drei Standorte nicht spezialisiert seien, sondern zu jedem Einsatz ausrückten, sehe sie nicht die Notwendigkeit, für die Gerätschaften ein weiteres Fahrzeug mitzuführen, so Sommerfeld. Der Stadtverordnete Lutz Tornow (SPD) sprach sich für das Fahrzeug aus, nicht zuletzt, um die Motivation der Kameraden zu erhöhen.
"Die Drehleiter steht seit Jahren im Ansatz und wird immer wieder verschoben. Wir müssten uns mal dazu durchringen, das zu einem Abschluss zu bringen", erklärte der Bauausschussvorsitzende Steffen Apelt (CDU).
Bauamtschef Michael Oleck wies auf weitere Veränderungen hin, die mit dem Besitz eines Drehleiterfahrzeugs in Hohen Neuendorf verbunden sein könnten. Bisher müssten Bauherren bei einer Höhe von über sieben Metern einen zweiten Rettungsweg bauen. Aus dieser Verpflichtung könnten sie sich aber stehlen, sofern die Rettungsmöglichkeit in der Stadt vorhanden sei. Der Stadtverordnete Norbert Matthes (parteilos) sprach sich dennoch erneut für den Ankauf aus. "Hohen Neuendorf entwickelt sich immer mehr in Richtung Stadt. Die Drehleiter ist so dringend wie nie zuvor."
Lutz Tornow, selbst Feuerwehrmann, erinnerte daran, dass zwischen Auftrag und Lieferung des Fahrzeugs ein bis zwei Jahre vergehen. "Wir sollten das in Auftrag geben."
Lediglich zwei Bauausschussmitglieder votierten gegen die Empfehlung. Geht es nach der Mehrzahl der Bauausschussmitglieder, so hängt sich die Stadt an die Sammelbestellung von Feuerwehrautos des Kreises an, um Rabatt zu erhalten. Eine halbe Million Euro soll in den Etat 2015 aufgenommen werden. Auch der Gerätewagen wird befürwortet.