Koop wurde am Montagabend in einer Sondersitzung des Ortsbeirats mit 6:2-Stimmen zum Nachfolger von Detlef Reckin (SPD) bestimmt. Es war die dritte Wahl eines Ortsvorstehers seit den Kommunalwahlen im Mai 2014.
"Jetzt wurde der Wählerwille umgesetzt. Nun sind diejenigen im Amt, die im vorigen Jahr die meisten Stimmen erhalten haben", sagte der 52-jährige Koop. Er rief die Mitglieder des Ortsbeirats sowie die Verwaltung dazu auf, künftig zum Wohle der Stadt zusammenzuarbeiten.
Koop hatte bei der Wahl zum Ortsbeirat im Vorjahr zwar die meisten Stimmen erhalten. Auf Platz zwei lag damals Heidi Sommer. Daraus folgte aber nicht automatisch seine Berufung zum Ortsvorsteher. Laut Kommunalverfassung des Landes Brandenburg wird dieser nämlich vom Ortsbeirat gewählt. Und im Gremium brachte zunächst Oliver Grützmacher (CDU) die Mehrheit hinter sich, weil er auf die Stimmen aus seiner Partei und der SPD bauen konnte.
Als Grützmacher dann nach knapp einem Jahr im Amt zum Kreis wechselte und den Posten folglich aufgeben musste, unterstützte die CDU im Mai 2015 die Kandidatur Reckins. Doch seine vermeintliche, von ihm stets bestrittene und bis heute nicht nachgewiesene Zusage, im Gegenzug den Posten des Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung zur Verfügung zu stellen, führte zum Bruch mit den Christdemokraten. Diese schlossen daraufhin ein Bündnis mit allen anderen politischen Kräften im Ortsbeirat. Damit war das vorzeitige Aus für Reckin faktisch besiegelt und der Weg für Koop frei. Denn anders als in der Stadtverordnetenversammlung in der vorigen Woche, wo die Abwahl Reckins als Vorsitzender scheiterte, sprachen die Mehrheitsverhältnisse im Ortsbeirat von vornherein eindeutig gegen ihn.
Und so kam es am Montagabend, wie es kommen musste: Reckin wurde - übrigens ebenso wie später sein Stellvertreter Andreas Kretzschmar (SPD) - mit jeweils 6:2-Stimmen abgewählt. Beide konnten im Gremium nur noch auf die Voten der Parteifreunde beziehungsweise die eigene Stimme setzen. Reckin selbst erlebte das alles übrigens gar nicht mit. Er weilte noch im Urlaub in Dänemark. Seine Anwesenheit hätte ohnehin nichts am Ergebnis geändert.